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AWA 2006: PC-Presse legt zu!
Contributed by munichboy on Freitag, 13. Juli 2007 @ 15:50:30 MESZ
Topic: Medien
Online, Online, Online! Ressourcen für Print werden gekürzt. Fast schon peinlich:
Viele Titel der PC-Presse legten 2006 in der Reichweite zu.

Print ist auf dem absteigenden Ast - heisst es allenhalben. Zwar wird fast der gesamte Umsatz mit Print gemacht, doch man sieht man die Zukunft der Magazine eher düster. Nun liegen die aktuellen Zahlen der AWA 2006 vor. So hat die PC-Welt etwa trotz sinkender Auflage an Reichweite zugelegt: plus 79.000 Leser gegenüber 2005. PC-Go legte sogar um 16 Prozent zu, PC-Praxis um 21 Prozent. Das
PC-Magazin um stolze 41 Prozent.

http://www.medien-aktuell.de/tab/awa2006.pdf

 
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Re: AWA 2006: PC-Presse legt zu!
von PeterPan am Freitag, 13. Juli 2007 @ 17:27:25 MESZ
Ich halte das Opium für Anzeigenkunden für keine geeignete Quelle, um eine Aussage zur Zukunft der Publizistik zu treffen.

Abgesehen davon: Die Zukunft findet schon lange statt, aber das Hirn vieler war lange vernebelt (und ist es wohl noch). Ende der 90er war einfach zu viel Geld unterwegs, als dass irgendjemand ernsthaft über die Zukunft von Print und Online (mal abgesehen von sinnloser Euphorie ;) ) hätte nachdenken wollen und in der nachfolgenden Rezession haben sich viele damit getröstet, dass die Rezession dafür verantwortlich sein müsse.

Aber jetzt bläst der Wind richtig von vorne. Die Konjunktur soll so gut sein, dass sogar die lähmende Konsumzurückhaltung bröckelt - aber die meisten Print-Objekte kämpfen ohne Veränderung um einen Rest von Rentabilität. Dass Programmzeitschriften schön zu gehen scheinen, ist da kein Argument für die Zukunft von Print - Klopapier ist auch bedruckt und wird immer gebraucht werden. Wobei: Auch hier ist Papier von feuchten Tüchern bedroht! ;)

Die ernsthaft betriebenen Online-Objekte verdienen mittlerweile Geld, ernähren ihre Macher und fangen an, die Investitionen abzutragen.

Es wird keiner kommen, der es explizit verkündet und dem alle glauben werden - die Zukunft hat schon gestern begonnen.


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Re: AWA 2006: PC-Presse legt zu!
von munichboy am Sonntag, 15. Juli 2007 @ 08:28:24 MESZ
Zum Niedergang von Print: Die PC-Welt verkauft derzeit MEHR Abonnements als im Jahre 2001. Wenn die Zahlen, die IDG meldet, denn richtig sind. Ich glaube aber, dass IDG sich seit dem Computerwochen-Fälschungsskandal IDG bei Abos nicht mehr zu manipulieren traut.

Siehe die Tabellen bei:

http://de.wikipedia.org/wiki/PC-Welt


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Re: AWA 2006: PC-Presse legt zu!
von wingthom am Montag, 16. Juli 2007 @ 16:22:45 MESZ
Wenn die Reichweiten (also die Tatsache: "Heft in der Hand gehabt, um darin zu lesen oder zu blättern) zunehmen, obwohl die Zahl der verkauften Hefte abnimmt, wurde ja wohl jedes Exemplar von mehr Personen als vorher in die Hand genommen.

Woran liegt das ? Vielleicht, weil der Erstleser gar kein "echter" Abonnent war, sondern das Heftchen im Rahmen eines Pay-TV-Abos kostenlos als Zugabe erhalten hat ? Oder weil er es zum 1/3 Heftpreis auf einer Online-Resterampe gekauft hat ? Und das Heft dann nach kurzem Durchblättern schnell weiter gibt, weil was nix kostet, ist auch nichts wert.

Bei Allensbach weiss man natürlich, dass eine steigende Reichweite bei sinkender Auflage meistens folgendes heisst: die Leser-Blatt-Bindung ist zurück gegangen, damit auch die Werbewirkung im Heft.

In der gleichen Studie wurde übrigens das Informationsverhalten der oberen 10 % der Bevölkerung analysiert - und die informieren sich inzwischen 1. aus dem Internet 2. durch Freunde, Bekannte, Kollegen (die auch meist der Oberschicht angehören, sich also 1. aus dem Internet und 2. über ihre Freunde, Bekannte, Kollegen informieren).

Also wenn schon die Top 10 % der Bevölkerung nicht mehr auf klassische Medien insgesamt setzen, um ihren Status zu erhalten, sollten sich vielleicht die Mitteschichtler daran orientieren.

Sonst können sie in einigen Jahren am Kiosk weiter ihre Heftchen und diese kleinen Flachmänner kaufen, die dort reissenden Absatz finden.


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Re: AWA 2006: PC-Presse legt zu!
von biggy am Samstag, 08. Dezember 2007 @ 16:27:27 MEZ
Sicherlich werden nicht mehr Zeitschriften selbst gekauft eher noch als Geschenk und als Probeabo vertrieben. Aber es werden mehr Zeitschriften weitergegeben. Auch die Infos aus dem Netz und von Mund zu Mund sind verbreiteter. Insbesondere die Hinweise in Foren etc. tragen dazu bei, dass mehr Menschen auf Inhalte im Netz zugreifen. Möglich dass sie dann auch noch eine Zeitschrift dazu kaufen. Aber auf Dauer gesehen glaube ich nicht an Zuwachs. Dagegen spricht schon die Verschlechterung der Kapitalsituation bei der breiten Masse.

Was mich bei der Zunahme der Internetinformationen besonders freut ist die Tatsache, dass die Papierindustrie hoffentlich nicht mehr so viele Wälder roden muss, auf Dauer gesehen, und dadurch die Elche besonders in Finnland nicht vom Hungertod betroffen sein müssen.

Die brauchen nämlich die Moose die im Winter an den Bäumen wachsen zum überleben. Weil auch ihre Wildhüter nicht so reich sind um sie alle zu ernähren.

Ich selbst mache schon lange ein Internetmagazin und drucke nichts aus. Ich besitze nicht mal mehr einen Drucker. Auch alle Geschäftspost mache ich über das Netz und bin froh das inzwischen sogar Gerichte ein Programm haben mit dem man (ähnlich wie ELSTER für die Steuer) den Schriftverkehr abwickeln kann.

Die Möglichkeiten im Netz eine Zeitung zu machen, gerade wenn sie inhaltlich IT Inhalte hat sollte nochl mehr in den Vordergrund rücken. Vielleicht verschwindet dann auch mal dieses alte, noch aus der Gründungszeit der Buchdruckkunst herrührende "Vor"-urteil alles was "Schwarz auf Weiß" zu lesen ist sei zweifellos Wahr.



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