Heftkritik: Computerbild 25/01 Contributed by Anonymous on Montag, 03. Dezember 2001 @ 18:46:25 MEZ
Topic: Heftkritik
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Es war nicht anders zu erwarten: Auch Microsofts neuestem Windows-System erteilt die aktuelle Computerbild-Ausgabe nach umgfangreichem Test – quasi in guter Tradition – wieder die Note „Ausreichend“ – mit 4,45 schrammt das laut MS „beste Windows aller Zeiten“ sogar knapp am „Mangelhaft“ vorbei.
Wer sich die Teilnoten genauer ansieht, stellt allerdings fest, dass sich der Redmonder Konzern eigentlich ein „Gut“ erarbeitet hat. Zum schlechten Gesamtergebnis führen mehr oder weniger willkürlich festgelegte Abwertungen für Sicherheitslücken oder das Bedürfnis von Windows XP, sich z.B. Uhrzeit oder CD-Titel-Informationen von Microsoft-Servern zu laden. Das Problem: Wenn so extensiv wie hier mit Auf- und Abwertungen gearbeitet wird, entscheiden die umfangreichen, detaillierten Kriterien der Testtabelle (allein Software-, Hardware- und Spieleverträglichkeit werden auf fünf (!) Seiten abgehandelt, 871 Soft- und Hardwareprodukte wurden getestet) nur noch zu gut 60 Prozent über das Gesamtergebnis – während ganze sieben Zeilen für die restlichen 40 Prozent verantwortlich zeichnen. Hier wäre es interessant gewesen, auch „ältere“ Windows-Versionen oder etwa Linux nach denselben Kriterien (inkl. Abwertungen) getestet zu sehen – zumal etwa Windows ME in den „Meinungen zu Windows XP“ ausdrücklich gelobt wird.
Zweites Titelthema, passend zur Vorweihnachtszeit: Kaufberatung. Vom PC-Zubehör bis zur Sat-Anlage ist das gesamte CB-Spektrum vertreten. Interessant: Der Rabatt-Test. In zehn deutschen Städten versuchten Tester, Rabatte auszuhandeln. Ob’s nun an der Geschicklichkeit der Tester oder am Gemüt der Händler lag – die rabattfreudigste Stadt war ausgerechnet Bremen. Schade nur, dass die von Computerbild ausgewählten Produkte oft nicht verfügbar waren – das schmälert die Aussagekraft des Tests.
Im Aktuellteil fällt auf, dass nach wie vor nur eine Minderheit der in den GfK- und Media-Control-Hitlisten geführten Programme auch von der Redaktion geprüft wurden. Da stimmt entweder die Auswahl der Testkandidaten nicht – oder es hapert in Sachen Aktualität. Auf der Internet-Seite sind die Bildschirmfotos recht klein geraten. Die Beschreibung des BadTrans-Wurms in der Virenliste ist so nicht korrekt: Das Email-Attachment heißt nicht kernel32.exe, und durch bloßes Lesen der Email kann er (wie auch der Aliz-Wurm) nur unter bestimmten Umständen (IE 5.x ohne Patch mit E-Mail-Client, der IE benutzt also z.B. Outlook Express) aktiviert werden. Seltsam geschrieben: Die Meldung „Zwei Jahre Garantie“ auf Seite 20.
Unklar: warum es bei Software-Probierversionen kein Preis-Leistungsverhältnis gibt. Dass ein Programm z.B. nur 30 Tage nutzbar ist, schreibt Computerbild sehr wohl – doch wer wird schon alle 30 Tage etwa seinen Terminplaner wechseln wollen? Also ist die Registriergebühr schließlich doch fällig.
Bisschen viel Weihnachts-Seit: Im Internet-Teil machen gleich zwei Artikel mit diesem Wortspiel auf. Ein zumindest Startrek-Fans sicher übel aufstoßender Fehler: Die hübsche vulkanische Wissenschaftlerin (S. 132) heißt nicht obszön T’Po, sondern T’Pol.
Was geplagte Eltern wohl schon länger wissen: Kinderspielzeug kann manchmal ganz schön laut sein. So auch die Kinder-Handys, die Computerbild im Magazinteil kritisiert. Bei den Geschenketipps stimmt der Preis der Playstation 2 nicht (mehr) – er wurde im September offiziell auf 599 Mark gesenkt. Der neueste Gameboy heißt nicht „Advanced“, sondern „Advance“ (kommt zweimal vor).
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