Heftkritik: PC-Welt 05/02 Contributed by Anonymous on Freitag, 29. März 2002 @ 16:40:56 MEZ
Topic: Heftkritik
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Wenn Sie demnächst in der S-Bahn Menschen sehen, die eine Zeitschrift dicht vors Gesicht halten, könnte es sich um PC-Welt-Leser handeln: 1,80 Euro haben die für die Pocket-Version der Mai-Ausgabe der IT-Zeitschrift ausgegeben, die auch die Grundlage der Heftkritik bildet.
Ob das der endgültige Preis ist, verrät das Editorial leider nicht. Das Geld ist jedenfalls nicht schlecht angelegt - zumindest für Leser mit guten Augen. Und auch wer noch über die Sehschärfe eines Adlers verfügt, muss Abstriche hinnehmen: Vor allem einspaltige Bildschimfotos sind kaum zu entziffern. Wenn IDG bei dem simplen Verkleinerungsverfahren bleibt, sollte das Heftlayout dem auch angepasst werden.
Der Aktuellteil kommt wie immer nüchtern und sachlich - fast langweilig. Immerhin hat PC-Welt ein neues Wort erfunden: "takten" - und zwar in der Umfrage "Wie schnell taktet Ihr Rechner?"
So alt wie der PC ist das Titelthema der Mai-PC-Welt: "BIOS optimal einstellen" - ergänzt durch "Windows-Einstellungen optimieren". Im Test u.a.: Desktop-Firewalls. Welchen Sinn die Software-Duelle haben, erschließt sich dem anonymen Kritiker nicht: Dabei treten lediglich zwei Programme (hier z.B. Dreamweaver und Namo) gegeneinander an, obwohl das Programm-Genre noch weitere Testkandidaten bietet. Zumal mit keiner Silbe erklärt wird, warum ausgerechnet diese zwei sich aneinander messen müssen.
Der Vorspann im Hardware-Artikel "Ihr PC als Videorekorder" verspricht eindeutig zu viel: "Bereits ab 50 Euro rüsten Sie Ihren PC zum digitalen Videorekorder auf", schreibt die Redaktion dort - um auf der nächsten Seite einzuschränken: Schon eine preisgünstige TV-Karte ("damit können Sie nur fernsehen") koste rund 50 Euro.
Kleines Mysterium beim anonymen Kauftest: Aus einer Seagate-Festplatte im Kaufreport auf Seite 133 wird einige Seiten später im Technik-Test (S. 147) plötzlich eine Maxtor-Platte. Und wo plötzlich der 19-Zoll-Monitor herkommt, den die anonymen Käufer gar nicht angeboten bekamen, bleibt unerwähnt.
Wenig aussagekräftig: Die abgedruckten Hardware-Bestenlisten. Dass bei den PCs bis und über 1300 Euro z.B. jeweils Vobis-Geräte den ersten Platz belegen, macht schon skeptisch. Außerdem sind sie einfach zu kurz, um eine vernünftige Auswahl zu ermöglichen. Denn es bleibt immer eine Frage unbeantwortet: Ist "mein" Gerät zu schlecht, um die Top 10 zu erreichen, oder wurde es noch nicht getestet?
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