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Heftkritik: Computerbild 08/02
Contributed by Anonymous on Montag, 08. April 2002 @ 17:39:04 MESZ
Topic: Heftkritik
Recht kurz ist bei dieser Ausgabe wieder der Aktuellteil geraten – insbesondere in Sachen Software: Nur drei neue Programme in 14 Tagen? Etwas mehr Genauigkeit könnten die „Hypertexte“ (die Fachwort-Erklärungen am Seitenrand) vertragen: So finden sich etwa in der Erläuterung zu „TFT“ seltsame „Kristalle, die sich in einer Flüssigkeit befinden“ – gemeint sind anscheinend Flüssigkristalle, d.h. Flüssigkeiten mit einer geordneten Struktur.

Beim „seriellen Anschluss“ wird serielle Datenübertragung mit „langsam“ gleichgesetzt – USB2 und Serial ATA beweisen, dass dem nicht so ist. Das „wichtigste Unterscheidungsmerkmal“ bei Modems sei die Übertragungsgeschwindigkeit, meint die Redaktion, obwohl heute Modems UNTER 56 Kbit/s kaum noch zu bekommen sind. ISDN wiederum ermögliche „hohe Geschwindigkeiten“ – was gleich im Text darunter relativiert wird, denn da ist plötzlich DSL die „schnelle Verbindung zum Internet“. Und zwar mit „bis zu 96000 Buchstaben pro Sekunde“. Aus denen auf Seite 25 plötzlich „bis zu 98000 Buchstaben pro Sekunde“ werden. Ähnliches passiert bei der „DVD“: Auf Seite 24 fasst sie noch „bis zu 26 Mal so viele Daten wie eine CD“, auf Seite 75 sind es nur noch „bis zu 24 Mal so viele Daten“. Viren können Daten „...zerstören und sogar löschen“. Die Beschreibung zu JPG/GIF erwähnt, dass stärkere Kompression zu geringerer Bildqualität führe – das trifft aber nur auf Jpeg zu, nicht auf die verlustfreie Gif-Kompression.
Kleine Mäkelei an der Prozessor-Hitliste: Pentium-4-Rechner werden heute meist auf DDR-RAM-bestückten Mainboards verkauft (siehe Aldi-PC), dazu fehlen jedoch Zahlen. Nicht ganz einig ist sich die Redaktion, wann Aussprache-Tipps angebracht sind. So wird z.B. die Aussprache von „Windows“ und von „Byte“ mal erklärt, dann wieder nicht. Seltsam: Geheimagentin Barbie hat sich im Packshot auf Seite 8 offensichtlich eine Hautkrankheit eingefangen (-> großer grüner Fleck auf der Stirn).
Titelthema ist – als hätte Aldi auf diese CB-Ausgabe gewartet – ein Vergleichstest von Schnäppchen-PCs. Dass zum Aldi-PC nach Wahl auch eine ISDN-Karte geliefert wird, verrät allerdings der Aldi-Prospekt nicht – und auch wenn dies der Fall ist, ist die Bewertung „ja/ja/ja“ für „Internetzugang über Modem/ISDN/ADSL möglich“, nicht korrekt, denn der Käufer muss sich ja zwischen Modem und ISDN entscheiden. Für den Leser unverständlich ist die Benotung der „Bedienungsanleitung“: Für „leicht verständlich, keine Kurzübersichten“ bekommt der Aldi-Rechner die Note 1,75 (dieselbe Note bekommt der Saturn-Rechner für „leicht verständlich“), der Wortmann nur 2,00 und der Vobis-PC gar nur 2,13 (sicher wurde da im Hintergrund „leicht verständlich“ noch abgestuft beurteilt – darauf hätte aber „So testet...“ hinweisen müssen). Lustig: die Preisempfehlung schmückt sich mit der Fußnote „recherchiert bei 150 Händlern“, um dann lapidar zu vermerken: „Angebot nur bei XXX erhältlich“.
Peinlich fiel der Test von Internet-Autovermietern aus – nicht für Computerbild, sondern für die meisten der getesteten Firmen. Schön: die oft nur am Rande „internette“ Promi-Seite wurde (einmalig?) durch „Kino im Internet“ ersetzt.

 
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