Heftkritik: Computerbild 12/02 Contributed by Anonymous on Montag, 03. Juni 2002 @ 18:51:14 MESZ
Topic: Heftkritik
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„Alles über DSL“ hat Computerbild 12 ihr Titelthema genannt. Das vor allem aus einem Test von acht DSL-„Modems“ besteht. Ungewöhnlich: Gewonnen hat eine Einbaukarte – für die muss der Computer geöffnet werden, was CB sonst mit schlechten Noten bestraft. Glück für AVM: Diesmal ging die Installation nur mit 3 Prozent ins Endergebnis ein. Eine interessante Erfindung hat Testsieger AVM außerdem gemacht: Internet mit Augenmakeup,
„IP-Mascarading“ nämlich. Gemeint ist natürlich IP-Masquerading (AVM schreibts übrigens richtig), das Computerbild den Lesern als „Zugriffsschutz“ verkauft – mit der Erklärung „so bleiben Sie im Internet anonym“. Das ist leider falsch, IP-Masquerading übersetzt lediglich interne IP-Adressen in externe, wobei die nach außen sichtbare Adresse die vom DSL-Anbieter zugewiesene ist. Und damit ist man ganz und gar nicht „anonym“. Einen gewissen Schutz bietet das Verfahren allerdings tatsächlich: die „maskierten“ Computer lassen sich von außerhalb nicht direkt ansprechen.
Nicht ganz nachvollziehbar: Die Bestückung der Testrubrik „Umwelt und Gesundheit“, wo Faktoren wie die Burst- und Surge-Anfälligkeit der Modems getestet werden. Die beeinflussen aber weder die Gesundheit des Besitzers noch die Umwelt. Ungerecht: Dass die FritzCard einen ISDN-Anschluss besitzt, geht gleich doppelt ins Endergebnis ein, nämlich bei „Zusätzliche Anschlussbuchsen“ und bei „ISDN-Modem eingebaut“. Nicht ganz korrekt: Die Behauptung, das Teledat 300 der Telekom benötige keine Treiber – ohne PPPOE kommt keine Verbindung zustande, und PPPOE wird nicht mit der Netzwerkkarte mitgeliefert (wohl aber mit der T-Online-Software oder mit Windows XP).
Der Rest des Titelthemas ist leider recht knapp und bis auf eine einseitige Tariftabelle nur für Besitzer des Testsiegers bzw. einer Eumex-Telefonanlage interessant. Unter „allem“ stellt man sich eigentlich auch Punkte wie „Verbindung optimieren“ usw. vor.
Zum zweiten Titelthema wurde diesmal das leidige Thema 0190-Dialer erkoren – na ja, war schon überall zu lesen (selbst in Computerbild), ist aber immer wieder aktuell.
Der Aktuellteil bietet in dieser Ausgabe (von seiner generellen Kürze abgesehen) kaum Grund zu Beanstandungen. Etwas platt ist lediglich die Meldung zu den Passwörter ausspionierenden Trojanern auf der Internet-Seite. Und die Nasa wurde unsauber auf die „Verlierer“-Straße geschoben: „Intel-8068“-Chips gibt’s gar nicht; davon abgesehen sind gerade moderne Chips mit ihren geringen Strukturbreiten für die Raumfahrt nicht unbedingt besser geeignet als die alten, robusten 16-Bitter – da oben strahlts leider ziemlich hart, was Elektronik nicht so mag. Nicht komplett ist die Meldung zum Kim-Schmitz-Prozess: Der Möchtegern-Hacker hatte nicht zuletzt deshalb eine Bewährungsstrafe bekomme, weil er ein „umfassendes Geständnis“ ablegte.
Schöne Überschrift mit dazu passendem Vorspann: „So schonen Schoschonen“ ist der (hiermit beendete) Heft-CD-Kurs betitelt (im nächsten Heft kommt eine neue CD). Nicht so schön: Fast anderthalb Seiten wurden dem Vorgang gewidmet, ein kostenpflichtiges Update zum Speedcommander zu ordern. Nicht ganz geglückt ist der Reimversuch im Vorspann zu den Internet-Seiten-Tests. Die diesmal mit starken Kontrasten arbeiten: oben „Meraner Land“, unten „Seychellen“, oben „Blumensamen“, unten „Lucky Strike“...
Wirklich viel Arbeit hat sich die Foto-/Video-Redaktion gemacht: Zum zweiten Mal (das Ergebnis des ersten Versuchs war bei DVD-Recoder-Herstellern umstritten) wurden kopierte DVDs in 70 DVD-Playern auf Lauffähigkeit getestet. Dass DVD-RAMs in keinem DVD-Player funktionieren, war technologiebedingt allerdings zu erwarten – die rein roten Tabellenspalten hätte man sparen können.
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