Heftkritik: PCgo! 08/02 Contributed by Anonymous on Mittwoch, 10. Juli 2002 @ 17:52:23 MESZ
Topic: Heftkritik
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Wer die neue PCgo!-Ausgabe am Kiosk nicht findet, muss sich nicht wegen Kurzsichtigkeit schämen: Die Titelseiten der Ausgaben 7 und 8 ähneln sich wie Zwillinge. In Sachen Farbe und in Sachen Text.
Auch in der neuen Ausgabe sind die Piraten los: Raubkopieren, knacken, Filmpiraterie - seriösere Themen hatten diesmal keine Chance auf einen Platz auf dem PCgo!-Titel. Schon Overkill? Es stellt sich allmählich wirklich die Frage, ob sich nicht mit bewusst sachlichen Headlines wieder mehr Leser ködern lassen könnten... Zumal natürlich PCgo! die Versprechen nicht in dem Maß einhalten kann, wie sie grellgelb auf dem Titel prangen. Die "geheimen Datenverstecke" etwa zeigen (durchaus anschaulich), wie der Anwender sich eines FTP-Clients bedient, Files komfortabel lädt usw. Wer auf "heiße Ware" spekuliert, muss sich die schon selber suchen.
Ebenfalls unter "Titelthema" angesiedelt, aber auf dem Titel zumindest der CD-losen Ausgabe nicht zu finden, ist ein Test von 5.1-Soundkarten und eine Marktübersicht zu entspr. Lautsprechern. Die Testtabelle besteht vorwiegend aus einer Auflistung der Ein- und Ausgänge. Dass Rauschabstand und Klirrfaktor in der Tabelle einfach unkommentiert aufgeführt werden, hilft dem Leser nicht weiter: Nur Experten wissen, welcher Wert als "gut" zu betrachten ist. Und was bedeutet es, wenn eine Karte "in den Spieletests langsam" ist? Gibt sie den Sound verzögert aus? Seltsam auch, dass bei der Sonic Fury das "faire Preis-/Leistungsverhältnis" als Minuspunkt aufgeführt wird. Ebenfalls im Test: Notebooks bis 2500 Euro. Trotz rund 1000 Euro Preisunterschied liegen die Bewertungen recht dicht beieinander. Beim Test der 3D-Heimplaner bleibt die Frage, warum der Test-Zweite, 15 Euro teurer als der Testsieger, ein "Kauftipp"-Logo verliehen bekam. Zusätzlich gibts noch den "Spartipp", den wohl das Programm mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis bekommt.
Gut gelungen sind die 50 E-Mail-Tipps - einzige Kritik: Auf der ersten Seite wird zwar auf ein Buch zur "Kommunikette" verwiesen - in den Tipps selbst spielt diese aber keine Rolle. Dass etwa vCards gar nicht so gern gesehen werden oder eine Signatur möglichst nicht länger als vier Zeilen sein sollte, erfährt der Leser nicht. Ein bisschen spät kommt im Software-Teil der einseitige (die Größe ist gemeint, nicht der Inhalt) Vergleich der aktuellen Spielkonsolen. Ob man die Grafik der PS2 wirklich "angestaubt" nennen sollte, ist angesichts etwa von FFX etwas zweifelhaft. Die technischen Daten sind ja meist nicht entscheidend, sondern das, was die Programmierer daraus machen. Last, but not least: Im Aktuellteil hat die Abstimmung der Redakteure untereinander diesmal besser geklappt - doppelte Meldungen gibt es nicht, und auf "Bugs" wie die "Haukatze" und das "Reisportal" hat man ebenfalls verzichtet - scheint fast, als wären die Seiten wieder, wie es sich gehört, korrekturgelesen worden...
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