Heftkritik: Computerbild 22/02 Contributed by Anonymous on Mittwoch, 23. Oktober 2002 @ 16:43:13 MESZ
Topic: Heftkritik
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"Schluss mit lästiger Internet-Werbung" verspricht der Titel der Computerbild-Ausgabe 22. Schöne Absichten, bei deren Verwirklichung ein Test von Werbestoppern helfen soll. Tatsächlich hilfreich dürfte allerdings nur der Test der Popup-Blocker sein. Denn beim Test der Werbemail-Filter fehlt das,
was sonst in Computerbild-Tests obligatorisch ist: Zahlen. Die (mit 14% eh unverständlich gering gewichtete) Wirksamkeit der Werbefilter wurde nach "Einschätzung der Tester" bewertet. Welche Werbemails den Programmen vorgelegt wurden, verrät der Artikel nicht. Das könnte erklären, warum etwa das SpamNet nutzenden "Cloudmark" im Test so ineffektiv arbeitete. Das herausragende, auf Zusammenarbeit beruhende Funktionsprinzip von SpamNet haben die Tester nämlich nicht erkannt bzw. nicht erwähnt. An selbst konstruierten Spammails muss SpamNet scheitern, weil das System auf Meldungen "echter" Spams beruht. Zudem ist die Tabelle nicht fehlerfrei: McAfees Spamkiller kann z.B. sehr wohl Fehlermeldungen verschicken (und, noch wichtiger, aber von der Redaktion nicht bewertet: Complaints)
Nicht ganz koscher sind auch die Erklärungen etwa zu Webbugs und Cookies. Grafikdateien, die "Informationen über Ihren Computer" verraten? Textinformationen, aus denen sich ermitteln lässt, "welche Seiten Sie im Netz besucht haben"? - das ist leider zu stark verkürzt.
Schade: der Aktuellteil ist diesmal wieder ein Stückchen geschrumpft. Mindestens einmal zu oft ist auf den Hard- und Softwareseiten das Wörtchen "soll" zu lesen. Eine ganz neue, bahnbrechende Erkenntnis vermittelt immerhin die Internet-Seite - und das in einer einzigen Überschrift: "Europa wird größer". Ist doch selbst der großen BILD-Mutter bisher entgangen, dass sich Europa nun wohl neuerdings über den Ural hinaus (oder gar nach Afrika?) ausdehnt.
Nützlich und nicht in jedem Konkurrenzblatt zu lesen: Der Test von Überspannungsschutzgeräten. Das Thema liegt zwar leicht abseitig, betrifft aber jeden, der einen PC zu Hause stehen hat. Immerhin fünf Adapter fingen im Test Feuer - das Fazit: "Überspannung abgeleitet, aber das Haus angezündet".
Der Magazin-Artikel über den "Kampf gegen Raubkopien" erklärt DRM recht naiv: Die Dateien seien dann "ohne Kopierschutz", nur mit einem "digitalen Wasserzeichen" versehen. Das stimmt so nicht: Es ist das Prinzip von DRM, dass der Urheber festlegen kann, welche Rechte der Käufer hat. Das Überspielen muss dazu ganz und gar nicht gehören.
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