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Heftkritik: PC-Direkt 06/03
Posted on Donnerstag, 15. Mai 2003 @ 18:07:12 MESZ
Topic: Heftkritik
Die längste aller monatlichen Computerzeitschriften ist sie ja schon mal, VNUs "PC-Direkt". Das Heft hat sich kräftig gestreckt, um die Konkurrenz wenn schon nicht in der Auflage, so zumindest in den Ausmaßen zu übertreffen. Außer der Heft-Höhe hat sich das Magazin auch gewisse Unarten von Computerbild abgeschaut: Die "4 Vollversionen" auf der beiliegenden CD sind beileibe keine solchen. So findet sich zumindest bei einem der Programme verschämt

ein Sternchen "Freeware". Das fehlt hingegen beim ebenfalls als Vollversion verkauften "OpenOffice". Zudem hängt "Ghost Image" ein "SE" an - kein gutes Zeichen. Ansonsten verfolgt PC-Direkt die schon seit längerem eingeschlagene, aber nicht umwerfend erfolgreiche Linie, mit "Cracker"-Artikeln Leser zu ködern. Diesmal ist Premiere dran: "in 1 Min. gehackt", verspricht die Titelseite. Der zugehörige Artikel liest sich ziemlich wirr, im ganzen Text findet sich ungefähr 200 Mal das Wort "wird" (okay, der Kritiker hat das Zählen bei 30 aufgegeben). Auch das Titelthema "Audio-CDs 1:1 kopiert" richtet sich an eine ähnliche Zielgruppe. Der Artikel ist allerdings wesentlich informativer und wäre beinahe auch von Sprach-Liebhabern lesbar, wenn nicht gar so häufig das Wort "Kopierschutz" auftauchen würde, zweimal sogar im Plural ("Kopierschutze"). Der Test von Software-Kopiertools ist gut gelungen. Einen schalen Nachgeschmack hinterlässt nur die damit verknüpfte "Aktion": Ausgerechnet der Testsieger gibt PC-Direkt-Lesern zehn Prozent Rabatt. Bei den Hardware-Tools (sprich: Brennern) ist das Testfeld (sechs Geräte, drei davon von Plextor) arg eingeschränkt.
Geradezu seriös ist da schon der zwölfseitige Ebay-Führer "Gehalt aufbessern per Ebay-Shop". Hier wird nicht verraten, wie der Leser andere über's Ohr haut (bei Premiere hat PC-Direkt solche Hemmungen ja nicht), stattdessen gibts durchaus brauchbare Tipps.
Nur konsequent ist, dass PC-Direkt auf einen eigenen Aktuellteil verzichtet: Produktmeldungen bilden ja sowieso den Schwerpunkt jeder Ausgabe, und von der Aktualität her muss das Magazin der 14-täglichen Konkurrenz (und erst recht dem Internet) eh hinterherhinken.

 
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