Heftkritik: Computerbild 13/03 Contributed by Anonymous on Dienstag, 17. Juni 2003 @ 18:40:06 MESZ
Topic: Heftkritik
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Auf 44 Seiten kümmert sich das aktuelle Computerbild-Heft diesmal ums digitale Fotografieren. Zur rechten Zeit, und die Tests von Digicams, Bildbearbeitungssoftware, Fotodiensten und Druckern mit integriertem Kartenleser scheinen auf den ersten Blick gelungen.
Allerdings fällt es beim Kameratest schwer, ein Kriterium für die Geräteauswahl zu finden (außer dem Preis: "unter 629 Euro"). Nikon ist diesmal zum Beispiel gar nicht dabei, Canon dafür mit drei Modellen. Was auffällt: die Computerbild-typischen Reizwörter auf dem Titel. Was für PC-Welt "illegal" und "geheim" sind, sind für das Hamburger Magazin "prima" und "toll" (und außerdem noch "schlimm", das es aber diesmal nicht auf die Titelseite geschafft hat).
Wie der Zufall so spielt, wirft der Kritiker, wenn es auf dem Titel schon mal um Digicams geht, auch einen Blick in die zuständige Bestenliste. Und siehe da - eine Nikon Coolpix 5700 soll es für knapp 300 Euro geben? Mit einer Preisersparnis von 1300 Euro? Ein kurzer Anruf - der Händler kann sich die Sache nicht erklären. Okay, bei -zig Produkten sich mal um 50 Euro zu vertun, das mag vorkommen. Aber bei solchen Preisdifferenzen sollten doch eigentlich die Alarmglocken klingeln...
Beim Druckertest wird die Endnote zu deutlich von den zahlreichen Auf- und Abwertungen für jedes Gerät bestimmt. Kleiner Bug: Beim Stylus Photo 915 soll man den Farbtoner austauschen können. Ein bisschen inkonsequent ist, dass nur ein einziger "Fotodrucker" (einzeln) getestet wurde, auch in dieser Kategorie gibt es ja weitere Vertreter. Auch beim Test der Internet-Fotolabore bleiben die Aswahlkriterien unklar. Wer kennt schon die S+K Ortleb GmbH? Schlecker oder Quelle sind dafür nicht dabei. Und dass viele Dienste schlappmachen, wenn mehr als 50 Fotos zu übertragen sind, haben die Tester auch nicht bemerkt. Aber gerade nach dem Urlaub ist das schon ein wichtiges Kriterium, wenn man nicht mehrfach Porto zahlen will.
Zum Aktuellteil gibts diesmal kaum etwas zu kritisieren. Vielleicht sollte man die Prozessorhitliste mal wieder überarbeiten - ein PIII-1000 ist für zeitgemäße Spiele eigentlich nicht mehr zu empfehlen. Interessant wäre auch, wie sich Mobil-Prozessoren hier einordnen. Kritisch kann man allerdings die in eine Newsmeldung verpackte T-Online-Werbung auf Seite 20 sehen. Fast witzig ist die Bemerkung beim Softwaretest auf Seite 92: "Ein Programm für 50 Euro sollte fehlerfrei funktionieren" - gibts das wirklich? Irgendwie bedauern muss man ja die Tipps&Tricks-Abteilung: alle zwei Wochen eine neue Überschrift zum selben Thema... "Matricks Reloaded" gehört da diesmal noch zu den besseren. Einen gelinden Schreck bekommt wohl der Computerbild-Leser, der die Dachzeile des Netzwerk-Kurses liest: "Samba als primärer Domänen-Controller". Wie bitte? Ist das gefährlich? Noch viel zu sanft geht die Redaktion im Service-Teil "Ärger der Woche" mit dem Abzock-Angebot "Probenking" um: das verlangt 30 Euro dafür, seine Kunden bei Proben- und Gutscheinanbietern einzutragen.
Nochmal zur Bestenliste: bei genauerem Hinsehen zeigen sich weitere Merkwürdigkeiten. Der WLan-Access Point LW2100AP soll ganze 3,51 Euro kosten - nicht schlecht, aber wo ist der Haken? Dafür spart man beim "Schwestermodell" LW1100AP gleich mal 761 Euro zur Herstellerempfehlung. In der Rubrik "Handy-Programme (Organizer)" werden Software und Geräte bunt gemischt, erster ist z.B. das "Handy Big Pack", dritter der Nokia Communicator.
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