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Heftkritik: PCgo 11/03
Posted on Donnerstag, 23. Oktober 2003 @ 18:11:38 MESZ
Topic: Heftkritik
Eigentlich, das sei vorausgeschickt, ist diese PCgo-Ausgabe gar nicht übel. Die Themen sind aktuell und bei den Lesern beliebt, sowohl im Großen bei den Titelthemen (Ebay, Brennen, Foto-Handys, Billig-Tinte) als auch im Kleinen bei den Newsmeldungen. Allerdings entsteht leider beim intensiven Lesen allzu oft der Eindruck, dass da entweder in Eile oder lieblos gearbeitet wurde.

Da lautet die Überschrift zu einem Interview mit Gerd Gebhardt "Interview mit Gerd Gebhardt". Auch "Schluss mit anonymen Surfen", "Bericht von der Games Convention: ...", "Download Turbo" (zu einer Meldung über das Programm "Download Turbo") oder auch "Der Boom hält an" sind nicht viel besser. Wenn eine Newsmeldung mit "X gibt de Verfügbarkeit von Y bekannt" beginnt, dann ist das keine Nachricht, sondern eine Verlautbarung. Interviews werden am liebsten mit Pressesprechern geführt (natürlich ist das besonders einfach) und die werden dann zu Dingen befragt, die PCgo genausogut in die Tipps-Strecke schreiben könnte. Warum soll der Leser so etwas aus dem Mund von (beispielsweise) Thomas Baumgärtner hören wollen? Interviews sind doch dann erst interessant, wenn sie Meinungen wiedergeben.
Doch zu einzelnen Artikeln: Gut gelungen, wenn auch sprachlich nicht optimal, ist das Ebay-Feature. Etwas widersprüchlich ist der Artikel zu Lotto-Software. Zwar wird ausdrücklich gewarnt, keine Wunder zu erwarten, und die Chancen, durch Systemspiel höhere Gewinne einzufahren, werden realistisch gewertet. Zu unkritisch geht der Artikel aber mit statistischen Analyseverfahren um. Es ist nun einmal so, dass bei Zufallsfunktionen das Ergebnis eines neuen Wurfs von den vorangegangenen völlig unabhängig ist. Es ist insofern zwar interessant zu wissen, dass die 13 bisher weniger häufig gezogen wurde - auf die Chance, mit der 13 zu gewinnen, hat das aber nicht den geringsten Einfluss. Das sagt die Mathematik, und das sagt am Ende des Artikels auch ein Mathe-Professor. Nur wird diese direkt der Behauptung eines Software-Entwicklers gegenübergestellt, der meint, er könne aus dem Lotto mehr herausholen, als er hineinstecke. Der Leser darf nun glauben, was er möchte.
Im ansonsten durchaus gelungenen Billigtintentest fällt mehrfach das schöne denglische Wort "recyclete" auf, passende ergänzt durch "refillte". Gleiche Kategorie: "Double Speed Internet" als Rubrikkopf beim DSL-1500-Artikel. Der Beitrag zur Spam-Vermeidung mit Outlook ist zwar gut gemeint, wird aber nur minimal helfen, weil er allein auf Filterregeln setzt, an die sich eh kein Spammer mehr hält.

 
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