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Heftkritik: Chip 05/04
Posted on Dienstag, 06. April 2004 @ 18:21:44 MESZ
Topic: Heftkritik
Elegant sieht sie ja aus, die Titelseite der neuen Chip - aber was darauf abgebildet ist, ist zumindest im Kiosk-Regal nicht zu erkennen. Vielleicht ist ja wirklich etwas daran, dass es den Verkaufszahlen nutzt, wenn möglichst alle Themen schon auf Seite 1 erwähnt sind

- wenn das so ist, dann hat es sich zu all den Zeitschriften noch nicht herumgesprochen, die nicht über Computer schreiben. Nun könnte man natürlich mal den simplen Test machen, wie lange der typische Leser braucht, alle Texte auf dem Titel zu erfassen - und wieviel Zeit er sich am Kiosk tatsächlich dafür gönnt. Eine schöne Aufgabe für die Marktforschung. Immerhin könnte man ja so konsequent sein, dafür auf das Inhaltsverzeichnis zu verzichten. Wahnsinn oder Methode - das Titelthema "Highspeed-WLAN" findet sich im Inhaltsverzeichnis (fast) gar nicht wieder - stattdessen wird dort groß der "Kampf ums Wohnzimmer" herausgestellt. Auf den Inhalt folgt - gähn - die "Mailbox". Leserbriefe können ja interessant sein - aber wenn sie beginnen wie der zum "Riskanten Bios-Update" blättert man doch lieber weiter. Der Aktuellteil ist schön bunt (nicht abwertend gemeint). Seltsam ist allerdings, wie Chip darauf kommt, Microsoft müsse "nur" 200 Millionen Dollar Strafe zahlen - da hat man wohl eine Vorab-Vermutung für bare Münze genommen (ohne die Quelle zu nennen). Der "Technik Aktuell"-Artikel zu H.264 dürfte für den durchschnittlichen Chip-Leser unverständlich sein (am Ende hat dann wohl auch die Schlussredaktion aufgegeben, "Prinizp", "Bewegungsvektoren" ungefähr 20mal hintereinander in einem Absatz etc.). Dass man die auf der Heft-CD enthaltene Software nicht schlechtreden will, ist verständlich, aber Features wie "Complain" bei einem regelbasierten Spamkiller noch explizit hervorzuheben, ist schon sehr naiv. Dem "Kampf ums Wohnzimmer"-Report fehlt ein bisschen der rote Faden. Und es sieht albern aus, wenn man etwas Ando oder Gates mit Bild zitiert, ohne mit ihnen gesprochen zu haben (und dann auch noch mit Blabla wie "Nur wenige Firmen werden überleben". Wie nützlich ein Grafikkartentest ist, bei dem nur die Bildschärfe vermessen wird, sei dahingestellt - wie wäre es denn, beim nächsten Mal Notebooks zu wiegen? Das Gewicht eines Notebooks ist schließlich auch entscheidend bei der Gerätewahl. Augmented Reality in der "Zukunfts"-Serie: sehr sachlich und ausgewogen berichtet - der misslungene Einsatz ähnlicher Techniken bei der Trennung der siamesischen Zwillinge im vergangenen Jahr hätte noch gut dazugepasst. Beim Grafiksoftwaretest ist schade, dass der Umgang mit PS-Plugins nicht mit einbezogen wurde - damit lassen sich doch sehr viele Effekte preisgünstig nachrüsten. Kaum kritisches findet sich im Praxis-Teil - außer, dass er womöglich zu kurz geraten ist. Beim Test der Suchdienste ist die Anzahl der Testanfragen etwas knapp, zumal die Suchergebnisse mit 60% zur Bewertung beitragen. Außerdem wurden nur die ersten fünf Treffer gewertet - glaubt man der Statistik, sind wohl eher die ersten zehn Treffer entscheidend. Ungewöhnlich hoher Aufwand wurde stattdessen zur Ermittlung der Reaktionszeiten betrieben (mit 15% im Endergebnis) - in anderen Tests werden diese oft unterschlagen.

 
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Heftkritik: AVDC 06/05


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Re: Heftkritik: Chip 05/04
von Anonymous am Mittwoch, 07. April 2004 @ 15:01:10 MESZ
Zitat:
"Vielleicht ist ja wirklich etwas daran, dass es den Verkaufszahlen nutzt, wenn möglichst alle Themen schon auf Seite 1 erwähnt sind - wenn das so ist, dann hat es sich zu all den Zeitschriften noch nicht herumgesprochen, die nicht über Computer schreiben. "

Hierzu möchte ich nur anmerken, dass PC-Zeitschriften eben anders funktionieren (dass ich das überhaupt noch erwähnen muss), als ein Automagazin oder gar die Regenbogen-Presse. Ist ja nicht so, dass in den letzten Jahren nicht genug von allen PC-Zeitschriften in Sachen Titelgestaltung herum experimentiert wurde. Der monothematische Titel dient den PC-Magazinen anscheinend eher nicht.



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Re: Heftkritik: Chip 05/04
von Anonymous am Mittwoch, 07. April 2004 @ 17:15:48 MESZ
Interessant an der Mai-Ausgabe auch das:
"Ein Heft, zwei Versionen:

Zusätzlich zum gewohnten CHIP-Magazin mit CD für 3,99 Euro, erscheint eine Ausgabe ohne CD für 1,99 Euro. "

Die Ohne-CD-Ausgabe ist keine Mini-Ausgabe wie bei anderen PC-Titeln.



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