Heftkritik: PC-Magazin 08/04 Posted on Freitag, 30. Juli 2004 @ 17:49:15 MESZ Topic: Heftkritik
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Als einer der letzten setzt PC-Magazin noch immer (zusätzlich zum Stammheft) auf eine Mini-Ausgabe, die inklusive Mini-CD 1,99 Euro kostet. Genau das richtige für den anonymen Kritiker - da werden Heftbesprechungen wenigstens preiswert. Gut auch für's PC-Magazin: durch die kleine Schrift fällt manch Vertipper nicht so auf. Die Titelseite des aktuellen Hefts setzt voll auf die auf der CD gelieferte Software. Leider wird der Leser ein bisschen verwirrt, was denn nun wirklich enthalten ist: mal liest er "4 Top-Vollversionen", dann sind's "3 Top-Vollversionen". Dann gibts da auch noch die "XP Service-CD", die "jeder braucht" - ist damit die Mini-CD gemeint (nein)? Und wie unterscheiden sich die Anti-Viren-Tools rechts von denen im "Großen Sicherheitspaket" links?
Inhaltlich spricht die aktuelle Ausgabe eher den Geek mit gehobenen Ansprüchen als den Profi an, mit Themen wie "PC-Modding", "Notebook aufrüsten", "WLan 108 MBit/s", "Harddisk-MP3-Player". Das könnte eine passende Marktlücke sein - werden doch der Informatik-Student und der Business-Profi schon von c't und PC-Pro bedient, während PC-Welt und Chip den Allerwelts-Anwender im Blick haben. Der Aktuellteil ist recht bunt - nur die Seagate-Meldung ist etwas holprig formuliert. Das Titelthema "Gratis-Tools zum Virenschutz" geht einerseits über Virenschutz weit hinaus - andererseits ist sein Nutzen diskussionswürdig. Wer alle genannten Programme installiert, schießt garantiert sein System ab. Insofern wäre es ganz nützlich gewesen, hätte PC-Magazin auch Tipps dazu gegeben, wer mit wem harmoniert. Der Phishing-Artikel kommt zeitlich recht passend zum "Phishing-Hype" (sogar die Tagesschau kennt inzwischen das Ph-Wort). Die Glosse, naja, irgendwie nicht sooo lustig. Gut gelungen: Das Notebook-Aufrüsten-Thema, bei dem auch potenzielle Probleme gut angesprochen werden. Kein sprachliches Highlight ist der Modding-Artikel - Beispiel: "Um ein Bullauge ins Gehäuse ... zu bekommen, gibt es mehrere Werkzeuge, die sich dafür eignen". Was auffällt: der Chefredakteur hat eininges zu sagen, jedenfalls gibt er zusätzlich zum Editorial gleich drei Kommentare. Was nicht mehr so ins Heft passt, ist die "Proficorner" - der übrige Teil des Magazins wird doch nicht für Amateure gemacht.
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