Deutsche Musikindustrie begrüßt Flatrate-Pläne
verivox | 26.03.2008
Berlin (AFP) - Der Bundesverband der Musikindustrie hat die neuen Geschäftsmodelle für Musik-Flatrates im Internet begrüßt. Es sei eine gute Idee, wenn die Hersteller der Musikspieler die Musikkonzerne über eine Flatrate an den Erlösen beteiligten, sagte Geschäftsführer Stefan Michalk am Mittwoch der Nachrichtagentur AFP. "Letztlich sind es die Inhalte, die den Wert eines Geräts ausmachen", sagte er. Der Apple-Konzern erwägt, über einen Aufpreis auf das Mulitmediahandy iPhone und den Musikspieler iPod freien Zugang zu seinem Online-Musikladen iTunes zu ermöglichen und verhandelt mit den führenden Musikkonzernen. Zudem plant der Musikkonzern Sony-BMG ein Abo, bei dem Kunden für sechs bis acht Euro im Monat unbegrenzt Titel herunterladen können.
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Ende 2007 hatten der Handyhersteller Nokia und der Musikkonzern Universal Music eine Kooperation vereinbart, bei der Nokia Handykäufern ein Jahr lang freien Zugang zu seiner Musikbibliothek ermöglichen will. Nach Ablauf der Frist sollen die Konsumenten die Musik auch weiterhin nutzen können. Bei den bisherigen Abomodellen kann die Musik nach Fristende nicht mehr abgespielt werden. Wer die Songs und Alben besitzen will, muss die Downloads einzeln bezahlen. Michalk glaubt, dass sich alle Abo-Modelle im Markt erst beweisen müssen. "Letztlich entscheidet dabei der Konsument", sagte er. Dieser hätte den Vorteil, dass jedes Musikstück für ihn sofort und unmittelbar verfügbar sei.
Michalk sieht die Zukunft der Musikindustrie eindeutig im Internet. Dies hänge aber auch stark vom Nutzerverhalten der Konsumenten ab. "Es reicht nicht aus, neue Angebote zu entwickeln", sagte Michalk. Die Ideen müssten bei den Verbrauchern auch auf Interesse stoßen. In Deutschland machen legale Musikdownloads bislang nur einen geringen Anteil am Umsatz der Musikindustrie aus. Im Jahr 2007 lag ihr Anteil gerade einmal bei vier Prozent. Allerdings kommen auf einen legal heruntergeladenen Song derzeit immer noch fast zehn illegale. Der mit Abstand größte Umsatzträger bleibt weiter die CD, die trotz stagnierender Zahlen noch 81 Prozent am Gesamtumsatz ausmacht.
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