Mit der Samsung GX-20 wird unser kleines Spiegelreflex-Special komplettiert, bei der schon Sony Alpha 350 und Canon EOS 450D Erwähnung fanden. Samsung gehört nicht zu den klassischen großen Herstellern im Spiegelreflexbereich, arbeitet aber nun schon länger mit dem japanischen Unternehmen Pentax zusammen. Die GX-20 gibt es denn auch in sehr ähnlicher Form als Pentax K20D. Schon beim Auspacken sind mir zwei Dinge aufgefallen: zum einen ist die Kamera zwar recht groß, ist dabei aber unerwartet leicht. Das ist in der Praxis schön, ruft aber einen etwas "billigen" Eindruck hervor, in der Art: "huch, die müsste ja mehr wiegen, ist das etwa lauter Plastik?" Ist es nicht, die GX-20 ist durchaus stabil und robust und zudem gegen Staub geschützt. Der zweite, rein optische Eindruck: das 18-55-Objektiv, das dem Kit beiliegt, ist ausgesprochen zierlich. Doch zu den technischen Innereien: Herzstück der GX-20 ist der von Samsung selbst entworfene 14,6-Megapixel-Sensor. Im Unterschied zur Sony Alpha 350 sind die Bilder der GX-20 im Vergleich zur Zehn-Megapixel-Konkurrenz tatsächlich deutlich detailreicher. Trotz der hohen Pixeldichte hat der Hersteller offenbar das Rauschverhalten im Griff; selbst bei ISO 1600 sind noch sehr brauchbare Bilder möglich. Zusammen mit dem optischen Bildstabilisator eröffnet das der GX-20 interessante Einsatzbereiche (und mindestens kann man oft aufs Mitschleppen eines Stativs verzichten). Die GX-20 zeigt einen leichten Trend zur Unterbelichtung, wenn nötig, muss man eben manuell nachhelfen. Die Farbwiedergabe hingegen erscheint mir hervorragend. Samsung hat zusätzlich ein paar Digitalfilter eingebaut, die man eigentlich nicht wirklich braucht. Neugierig war ich ja auf den HDR-Filter: und nein, die Ergebnisse, die der produziert, können es mit entsprechenden Softwarefiltern auf dem Computer noch nicht aufnehmen. Ebenfalls mittlerweile fast ein Muss: der LiveView-Modus, der insbesondere Umsteiger von Kompaktkameras interessiert. Die GX-20 kann zwar das, was der Sensor sieht, auf den 2,7-Zoll-Bildschirm bringen, und zwar mit 98 Prozent Bildabdeckung (der nach Dioptrien einstellbare Sucher schafft nur 95 Prozent), die Handhabung ist dabei aber eher umständlich. Hier bleibt die Sony Alpha 350 tatsächlich ungeschlagen. Die GX-20 erzeugt LiveView-Bilder, indem sie den Spiegel hochklappt. Ab diesem Moment kann man aber nicht mehr so einfach fokussieren. Die einzige Möglichkeit, dann den Autofokus einzusetzen, besteht darin, länger auf den AF-Knopf zu drücken - in dieser Zeit schaltet sich der Schirm wieder ab, und wenn das Motiv scharf ist, piepst die Kamera. Klappbar ist der Monitor ebenfalls nicht. Immerhin ist er sehr gut und auch aus unterschiedlichen Winkeln ablesbar, die 230.000 Bildpunkte sind Standard. Ebenfalls zeitgemäß und für eine Spiegelreflexkamera wichtig: der Staubschutz, der aus einem Spezial-Belag und einem Schüttelmechanismus besteht. Als Speichermedium setzt Samsung wieder auf die SD-Karte, das wird insbesondere Umsteiger aus dem Kompaktbereich freuen.
Fazit: Schade, mit den LiveView-Features der Sony Alpha 350 wäre die GX-20 momentan mein digitaler Spiegelreflex-Favorit. Technisch ist die Samsung-Pentax-Kombination weit vorn, und auch in Sachen Bildqualität muss sie sich vor Canon / Nikon nicht verstecken. Mit rund 1300 Euro für Kamera und Objektiv liegt die GX-20 im mittleren Preisbereich.
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