
Jetzt auch richtig im Netz: computerbild.de
Datum: Freitag, 06. Juli 2007 @ 19:03:10 MESZ Thema: Medien
Nachdem die neue Onlinepräsenz von Computerbild schon am vergangenen Wochenende ohne großes Tamtam startete, gab der Springerverlag dann unter der Woche auch eine Pressemitteilung dazu heraus. Lang hats gedauert, dass das Computermagazin für Einsteiger eine echte Website bekommen hat - zu lange blockierte die Online-Furcht des früheren CB-Chefs Harald Kuppek diese Entwicklung. Kuppek wollte sich immer auf eine Art Yahoo für Arme beschränken - ein Portal, als Portale längst out waren, das zwar dem Printmagazin keine Leser wegnimmt, aber auch nicht wirklich Usermassen anzieht. Diese Politik ist nun zumindest Vergangenheit.
Computerbild online wird in einer eigenen GmbH produziert. Statt zwei oder drei Redakteuren sitzen nunmehr deren 18 im Großraumbüro, einige haben intern gewechselt, andere wurden eingekauft. Optisch zeigt sich computerbild.de nun nicht mehr so antiquiert, sondern im aktuell so beliebten Vertikal-Design. Die Schriftarten der Menüs und Texte dürften der zum Teil älteren Computerbild-Klientel allerdings viel zu klein sein. Aber vielleicht will man die ja eh loswerden... Inhaltlich bietet die neue Site das übliche Spektrum. Die Aktuell-Redaktion ist allerdings noch nicht sehr fleißig, drei, vier Meldungen am Tag überbietet die Konkurrenz locker. Gewisse Web2.0-Elemente müssen natürlich auch sein: So kann man Artikel bewerten (hilfreich/nicht hilfreich) und sieht die jeweils meist geklickten Beiträge. Das Bewertungssystem wird momentan allerdings kaum genutzt, es ist auch wenig transparent gestaltet. Kommentieren kann man Beiträge nicht, das neue Forum ist hinter einem winzigen Link versteckt.
CB-typisch: Manche Fachwörter werden in den Texten blau unterstrichen - zeigt man mit der Maus darauf, bekommt man eine Erklärung angezeigt. In Sachen Tests und Ratgeber liefert zum großen Teil Computerbild die Inhalte, es werden auch komplette Tabellen aus dem Heft online veröffentlicht - zu Kuppek-Zeiten völlig unmöglich.
Kritisch anzumerken ist, dass einerseits im ganzen Angebot externe Links eher selten sind. Und kommen sie doch mal vor, versucht Computerbild.de ihnen noch durch das Nofollow-Tag eine Aufwertung bei den Suchmaschinen zu verweigern. Damit ist cb-online kein netter Internet-Nachbar. Lustigerweise setzt man sogar bei internen Links oft Nofollow ein, das ist nun völlig sinnlos. So weit der erste Eindruck: fürchten müssen sich chip.de oder pcwelt.de darob wohl noch nicht.
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