
Neuer Chefredakteur bei MSN
Datum: Samstag, 10. November 2007 @ 21:28:50 MEZ Thema: Medien
Bei MSN hat man jetzt einen neuen Chefredakteur gefunden. Oder besser gesagt, jemanden, der neben anderen Tätigkeiten diesen Job miterledigt.
eMarket (www.emar.de) schreibt:
MSN bekommt neuen Content-Verantwortlichen
Klemens Dreesbach verantwortet als neuer Head of Network Programming die inhaltliche Ausrichtung von msn.de. In dieser Position übernimmt Dreesbach auch die Funktionen eines Chefredakteurs. Seit März hatte diesen Posten interimsmäßig der MSN-Hauptverantwortliche Marc Adam übernommen, nachdem Olaf Deininger den Portalbetreiber nach kurzem Gastspiel verlassen hatte.
Dreesbach kommt von der Berliner Internet-Agentur I-D Media. Dort hatte er gemeinsam mit Tim Stickelbrucks die Tochtergesellschaft I-D Media Entertainment gegründet, einen Spezialisten für Marketing-Lösungen im TV- und Entertainment-Bereich. Hier entstand unter anderem Tim Renners "Motor TV" und "BMW TV". Weitere Stationen von Dressbach waren Pixelpark und Viva.
08.11.2007 (ks)
Chefredakteur im Nebenjob? Interessant. Aber nicht alles. Auch redaktionelle Praxiserfahrung steht bei MSN nicht auf dem Wunschzettel, wenn einer schon so erfolgreich in der Vermarktung tätig ist.
In der Biografie von Dreesbach auf den Webseiten der Agentur Ludwigs.Dreesbach taucht jedenfalls das Wort "Redaktion" kein einziges Mal auf. "Verlag" schon: Als Key Accounter von Pixelpark betreute er den Bastei Verlag - Ihr wisst schon, den mit den Rätselheften und Groschenromanen von Ärzten und Almen.
Aber die Anlehnung der Positionsbeschreibungen an redaktionelle Strukturen darf man bei MSN anscheinend sowieso nicht so ernst nehmen. Auch der CvD ist kein MSN-Redakteur im eigentlichen Sinne. Sondern ein Mitarbeiter der Agentur wunder media GmbH, laut MSN-Impressum "Partner bei redaktioneller Umsetzung".
Ich will damit nichts gegen die persönliche Qualifikation der genannten sagen. Aber statt im Sommer 2006 eine eigene "Redaktion" für MSN anzukündigen, hätte man ehrlicher und treffender formulieren sollen: Wir bauen eine eigene Content-Abteilung auf, die den Platz zwischen den Werbeplätzen füllt.
Bin mal gespannt, wie sich der "Erfolg" von MSN in ein bis zwei Jahren darstellt: auf der einen Seite mit Suchmaschinenbetreibern wie Google und Yahoo konkurrieren zu müssen, auf der anderen Seite ein Content-Portal wie beispielsweise T-online oder GMX anzubieten, und dem ganzen dann noch den Anstrich einer "Redaktion" geben zu wollen, die dann aber mit Spiegel online & Co. im Wettbewerb stehen würde - kann man damit überhaupt Erfolg haben?
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