
Heftkritik: Computerbild 02/02
Datum: Mittwoch, 16. Januar 2002 @ 15:40:37 MEZ Thema: Heftkritik
Sie hat wieder deutlich zugelegt: 44 Seiten mehr als noch in Ausgabe 1 hat der Leser im zweiten 2002-er-Heft der Computerbild zu bewältigen. Neue Rubriken sollen, das wünscht sich CB-Chef Harald Kuppek im Editorial, für „mehr Nutzwert“ sorgen. Der Pressespiegel – seit der Erstausgabe des Magazins ein Klassiker, welche Computerzeitschrift wirbt sonst freiwillig für die Konkurrenz? – entfällt jetzt leider. Die Profi-Ecke wurde abgeschafft –
statt dessen findet sich ein spezieller Bereich „Für Einsteiger“. Die bisherigen Profi-Themen sind allerdings weiterhin vertreten: in den neuen Rubriken „Programmierung“ und „Netzwerke“, aber in Form von Linux-Tipps etwa auch bei den „Tipps & Tricks“. Aufgeteilt wurde das UE-Ressort, und zwar in Ton und Bild: HiFi/Musik und Foto/Video finden getrennt statt. Und werden deutlich computerlastiger; enthalten zum Beispiel Software-Tests und Workshops zur Grafikbearbeitung oder zum Erstellen von MP3s. Damit einher gehend wurden übrigens – was sich im Impressum nicht wiederspiegelt – auch die Ressorts neu zugeschnitten; Ex-Hardware-Chef Andreas Fey ist jetzt für alles zuständig, was testet (außer Internet und Spiele), während Software-Mensch Heinz Behling alle „So geht’s“-Bereiche geerbt hat (und sich nun auch mit Unterhaltungselektronik plagen darf).
An der Gestaltung des Hefts hat sich anscheinend nichts geändert. Etwas mehr Stoff bietet der Hardware-Teil von Brandaktuell. Wau: einen Ernährungsberater für Hunde fand der Computerbild-Redakteur so wichtig, dass er mit in den Aktuellteil aufgenommen wurde. In dem sind nun auch, sehr verkürzt, die „günstigsten Internet-Tarife“ gelandet, wobei nur Tarife ohne Grund- und Einwahlgebühren berücksichtigt werden. Im Test diesmal: Funkmäuse. Ungewöhnlich: die maximale Anzahl solcher Mäuse pro Raum hat die Redaktion als Herstellerangabe übernommen, bei einem Testgerät fehlt sie sogar komplett – obwohl das gerade im Büroeinsatz ein wichtiges Kriterium ist. Auch zur Haltbarkeit der Batterieladung fehlen Angabe. Als Titelthema startet Computerbild einen PC-Einsteigerkurs – der zunächst klärt, was ein Computer überhaupt ist oder wie ein Fenster aussieht. Beim Kurs „Finanzbuchhaltung“ auf Seite 66/67 fallen die riesengroßen Bildschirmfotos auf, die teilweise nur wegen eines einzigen Icons eingefügt wurden – da hat’s offensichtlich an Text-Stoff gefehlt. „Echt dufte“, wie die Bildunterschrift behauptet, ist der Screenshot im Internet-Teil auf Seite 104 oben nicht – im Gegenteil, denn außer einem Werbebanner und wenigen Textzeilen ist nichts zu sehen. Mutig: Ob die Computerbild-Leser den sechsteiligen Kurs zu TCP/IP honorieren werden? Die spannenden Zwischenüberschriften („Adressklassen“, „IP-Adresse“, „IP-Adressen für private Netze“, „Die MAC-Adresse“, „Subnetzmaske“) dürften jedenfalls eher abschrecken. Ein interessantes Thema hat der Telekom-Teil ausgegraben: Das „Second Handy“ mit Tipps zum Gebrauchtkauf und einer Wert-Tabelle. Nach wie vor sehr kleinteilig: Die Magazin-Rubrik, deren Bilder so kaum zur Geltung kommen.
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