Heftkritik: PC-Magazin 08/02
Datum: Donnerstag, 04. Juli 2002 @ 18:13:28 MESZ
Thema: Heftkritik


Glückwunsch - seinen "Fünfzehnten" feiert das PC-Magazin mit dieser Ausgabe. In der IT-Welt ist die frühere "DOS International", vom Hagedorn/Everts-Team beim damals unbekannten und inzwischen vergangenen "DMV-Verlag" gegründet, damit ein Methusalem. Nach einer gewissen Durststrecke Ende der 90er hat das Blatt inzwischen seine Leser wieder gefunden, auch wenn

dem PC-Magazin Etiketten wie "DAS Testmagazin", "DAS Einsteigermagazin" oder "DAS Profimagazin" versagt bleiben (oder besser "erspart bleiben"?).
Doch weil man auf Kritik nur bei Toten verzichten sollte, hat der anonyme Kritiker natürlich auch an dieser Ausgabe zu kritteln: Zunächst am Editorial, dessen Verfasser eine leichte Akkusativ-Schwäche offenbart - nicht "wem" lehrt man etwas, sondern "wen". Der Aktuellteil macht seinem Namen Ehre - im direkten Vergleich, das ist an einigen Meldungen deutlich erkennbar, werden zumindest die Kollegen der gleichzeitig erschienenen Schwesterzeitschrift PCgo! 08/02 überflügelt. Zu oft sind gehen die Meldungen jedoch über einen Auszug aus dem Datenblatt nicht hinaus.
Inwiefern ein auf Pentium-4-Geräte beschränkter Notebook-Test sinnvoll ist, bleibt dahingestellt - wählt der Normal-Anwender wirklich sein Notebook nach Prozessortyp aus. Aber vielleicht kommt die AMD-Konkurrenz ja demnächst zum Zuge. Schön der Test zu Flash-Drives - da kommt offensichtlich ein echter und sinnvoller Trend.
Das Titelthema befasst sich mal wieder mit der Materie Video-DVD und SVCD. Außerdem titelt die Zeitschrift "Firewalls hacken", nimmt im Artikel allerdings eher die Position des Admins als die des Hackers ein. Ein oft stiefmütterlich behandeltes Thema nimmt sich der Grundlagen-Artikel "Monitore kalibrieren" vor.
Die beiliegende CD bietet (auch wenn das Editorial "Qualitäts-Vollversionen" verspricht) nur Durchschnitt - wenn hinter dem Namen des Programms etwa "PE" oder "Express" auftaucht, ist schon klar, dass im zugehörigen Einseiter mindestens ein Kasten auf eine "bessere" Version verweist. Schade auch um den Kniefall vor AOL: Die auf der CD enthaltene Software des Onlinedienstes bekam eine eigene, nicht als Werbung gekennzeichnete Seite spendiert. Mitbewerber schreiben dann zumindest "Promotion" in den Seitenkopf.

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