Heftkritik: Computer Easy 15/02
Datum: Mittwoch, 10. Juli 2002 @ 16:01:34 MESZ
Thema: Heftkritik


Aufgestockt hat die neue Ausgabe der Computer Easy - zwar "nur" um 16 Seiten, aber weil gleichzeitig noch auf ein stärkeres Papier gewechselt wurde (PCgo!-Leser kennen es schon), liegt das Heft nun deutlich fülliger in der Hand.

Dass zusätzlich noch eine hundertseitige "Windows XP Starthilfe" das Titelblatt schmückt (lediglich mit ein bisschen Eigenwerbung), dürfte ein starkes zusätzliches Kaufargument sein.
Damit das auch jeder merkt, liegt im Heft ein übergroßer, in grellgrün am Kiosk auch über die Konkurrenzhefte hinausragender kartonierter Abo-Coupon, der oben für das Sonderheft wirbt und - wirklich clever - auf der Rückseite auch noch Windows-, Word- und Excel-"Merkzettel" zum Ausschneiden mitbringt. Das beigelegte Sonderheft ist denn auch durchaus lesenswert - vorausgesetzt, der Käufer sieht gut oder hat eine Lupe in Griffweite. Vor allem Bildschirmfotos sind teilweise nicht zu entziffern. Und warum muss dem Leser die wahrlich nicht leichte Aufgabe auf mehreren Seiten auch noch durch einen mittelblauen Hintergrund erschwert werden? Auf Seite 24 grüßt übrigens ein alter Bekannter im Aufmacher - hallo Elmar :)
In all der Umstellungs-Aufregung ist anscheinend der Aktuell-Teil leicht stiefmütterlich behandelt worden. Der Staubsaug-Robo ist mal "er", mal "es". Handsprings Treo 270 kann noch kein GPRS. E-Ink-Displays gibts seit kurzem auch in Farbe. Mails verteilen sich nicht "im Web". Eine Website zu indizieren heißt nicht, sie zu schließen. Und selbst in der Türkei sollen mit dem neuen Mediengesetz nicht alle Webseiten vorab geprüft werden (womöglich aber angemeldet). Die Wissenschaftler, die den "Laser-Papierflieger" schufen, taten das nicht aus Langeweile. Schöner Satz: "So sollen Telefondiensteanbieter in der Telefonrechnung die Anschrift aller Diensteanbieter angeben".
Umfangreicher geworden sind die "Angebote der Woche" - da kann die Zeitschrift ihre Aktualität ausspielen. Vom größeren Heftumfang profitiert hat diesmal das Titelthema, das sich wirklich ausführlich mit digitalen Bildern befasst. Pech nur, dass das empfohlene Pixelnet inzwischen Pleite ist. Bei der Themenwahl scheint die Redaktion auf ganz bestimmte Weise vorzugehen: Was machen unsere Leser im Alltag am liebsten? Und so gibts "Fernseh-Hilfe von Excel" oder "Autokauf mit Word". An sich ein guter Ansatz - wenn er nicht übertrieben wird. Die TV-Kanal-Liste mit Excel ist schon "grenzwertig".
Der (gekürzte) Test-Teil ist an den Schluss des Heftes gerutscht. Mit überarbeiteten, subjektiv übersichtlicheren Tabellen und Kästen. Kürzer nun auch die Bestenlisten, die in Sachen Hardware sogar auf zwei Hefte aufgeteilt wurden. Verwirrend: die Weltkarte im "Grundlagen"-Artikel. Nein, Grönland ist nicht größer als Südamerika und China - der Computer-Easy-Grafiker hat nur eine Perspektive gewählt, die Länder und Kontinente stark verzerrt.

Eigenwerbung: Ihre persönliche Heftkritik?





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