
Heftkritik: Computer Easy 17/02
Datum: Montag, 05. August 2002 @ 17:31:31 MESZ Thema: Heftkritik
Ein typisches Familienproblem nimmt Computer Easy Nr. 17 aufs Korn: Risiken und Nebenwirkungen der gemeinsamen Nutzung eines PCs. Grundproblem: viele Sicherheits-Features sind nur auf NT-Systemen verfügbar.
Schade, dass die Redaktion hier nicht den Windows-9x-Besitzern mit Tipps zu Free- und Shareware weiterhilft, die den Abstand zu XP & Co. verringert. Ansonsten sind die Tipps brauchbar und offensichtlich praxiserprobt - dass etwa Kinder mit "Paint" weit besser zurechtkommen als mit dessen funktionsreichen Vettern, kann der Kritiker durchaus bestätigen.
Nicht so glatt liest sich diesmal der Aktuellteil: Dass eine neue Seagate-Festplatte aus nur zwei Scheiben besteht, dürfte dem Leser ziemlich egal sein. Gern würde der Kritiker mal beobachten, wie eine reine Softwarelösung einen PC "automatisch einschalten" kann. Die Meldung "Spiele schaden dem Gehirn" gibt die Ergebnisse von Moris Studie schon sehr verkürzt wieder. Doppelt gemoppelt: die "japanische Uni Nihon" (Nihon=Japan). Die Bandbreite bei USB-Komponenten hat sich in der Version 1.1 nicht geändert (S. 8 - gemeint ist die Vielfalt). Ethernet-USB-Adapter dienen nicht nur zum Anschluss eines DSL-Modems. Dass der Universum-Digi-Fernseher zum 31.1.03 ganze 500 Euro teurer wird, mag Quelle zwar absatzfördernd behaupten, aber ... Anbieter von Internet-Zugängen, behauptet die Redaktion kryptisch, müssten Kunden in Zukunft Auskunft über die auf ihren Seiten befindlichen 0190-Anbieter geben. Tama meldet sich nicht per Modem, sondern drahtlos. Und: Sicherheitslücken tauchen in der Regel nicht (von allein) auf. Seltsame Sätze: "Einige der Spiele sind ... über zehn Jahre alt, was deren Grafik nicht eben jung aussehen lässt" oder "je mehr Bit, desto schwieriger können Unbefugte die Verschlüsselung dechiffrieren".
Schade: bei den "Angeboten der Woche" scheint der Stoff auszugehen - sie sind auf eine Seite geschrumpft, außerdem fällt eines der beschriebenen Angebote gar nicht in die Kategorie "neben Wurstringen und Erdnussflips beworben".
Keinen Grund zu Beanstandungen liefert (im Rahmen seiner engen Möglichkeiten) der Test-Teil. Nicht so der Wissens-Artikel zur DVD-Produktion: Einerseits verwundert die riesengroße Schrift (man denkt auf den ersten Blick an eine Anzeige), andererseits erzählen der zweite und der vierte Absatz teilweise dasselbe. Nämlich dass der Klebstoff blasenfrei aufgeschleudert werden muss. Nur klingt die Konsequenz, falls hier geschlampt würde, im vierten Absatz martialischer: Die DVD könne "explodieren", heißt es dort, während sie noch im zweiten Absatz "nur" die Laserdiode irreparabel zerkratzt. Eine Seite weiter bei Dr. Know: Die Chipschmiede ARM ist eine britische, keine US-Firma, und den Namen "Advanced RISC Machines" hat ARM auch schon vor einem Weilchen abgelegt.
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