
Heftkritik: PCgo! 09/02
Datum: Donnerstag, 08. August 2002 @ 17:52:28 MESZ Thema: Heftkritik
Eine Gemeinheit muss der PCgo!-Leser im aktuellen Editorial lesen: Nur "zu 80 Prozent männlich" sei er, meint Go-Chef Jobst-Hendrik Kehrhahn dort. Das ist den Lesern gegenüber schon frech, aber erst den Leserinnen... Doch zum Ernst des Lebens, dem Aktuellteil:
der ist diesmal im großen und ganzen okay, in Details aber zu kritisieren. So sind etwa einige Meldungen nicht mehr taufrisch (zum Trilobyte etwa oder zur Millipede-Technologie). Verschiedentlich sind Formulierungen, sagen wir es mal so, suboptimal. Im Artikel zur Software-Piraterie zum Beispiel oder zu FileMaker 6: "Mit FileMaker Pro 6 gibt es eine neue Version seiner Datenbank" - wessen Datenbank? Unverständlich: "Die Grafikkarte ist wegen des günstigen Preises ... sowohl für Spieler als auch für Office-User gedacht". Unlogisch, die Frage nach "Zu wenig Platz auf dem Monitor?" mit der Empfehlung eines TFT-Bildschirms zu beantworten - auf einem Röhrenmonitor ist schließlich viel mehr Platz, schießlich ist der viel tiefer. Langweilig ist mit all den technischen Details die Meldung zu den JVC-Notebooks geraten.
Im Titelthema dieser Ausgabe geht es um "Tools, die Microsoft versteckt". Nicht ganz neu, nicht besonders überraschend und mit einem misslungenen Einstieg - aber ohne Ausrutscher. Beim Test der MP3-Player, ebenfalls ein Titelthema, verwirrt, dass die kleineren Tabellen keine Überschriften tragen. Außerdem scheint PCgo! die Batterielaufzeit nicht ermittelt zu haben - bei portablen Geräten immer ein wichtiger Faktor. Eine wahre Inflation der Titelthemen - auch "ebay - die beste Tipps" gehört zu dieser Kategorie. Ein sehr textlastiger Artikel, der im Verkäufer-Teil interessantere Infos bietet als im Käufer-Teil. Einig werden sollte sich die Redaktion über Preisangaben in Tabellen. Mal liest man im Tabellenkopf nur "Preis", in den Spalten dann "x Euro", mal heißt es "Preis in Euro" mit einer Zahl in den Spalten und schließlich taucht der Euro auch mal im Kopf UND in den Spalten auf. Irgendwie widersinnig erscheint der Artikel "E-Books ausdrucken". Wer mal die reinen Druckkosten für einen 100-Seiter überschlägt und die für den Druck nötige Zeit einberechnet, merkt schnell, dass ein gekauftes Taschenbuch unter Umständen billiger ist. Schön: die Texte zur Software auf CD-ROM enthalten sich diesmal ausdrücklicher Upgrade-Werbung.
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