Nachruf: PCgo 10/02
Datum: Freitag, 30. August 2002 @ 16:41:18 MESZ
Thema: Heftkritik


Die Computerzeitschrift aus dem idyllischen Poing hat in der aktuellen Ausgabe etwas Liebgewonnenes verloren. Etwas, das sie seit ihrer Geburt begleitet hat, das sie seitdem immer mit sich herumtrug wie jede andere Sechsjährige ihr Plüschtier mit den angeknabberten Ohren. Das Ausrufezeichen, es ist dahin.

Nicht ersetzt hat es die Redaktion, etwa durch einen Punkt, oder ein Fragezeichen (PCgo?) - nein, einfach weggeschmissen. Statt den Leser schwungvoll, mit einem kräftigen "nun geh schon"-go! zu empfangen, wird er von nun an mit einem laschen "jo mei, geh mer halt"-go begrüßt. Rest In Peace.
Ob das Heft mit der Layout-Umstellung auch gewonnen hat, darüber ist sich der anonyme Kritiker nicht so ganz mit sich selbst einig. Die Titelseite der 99-Cent-Probeausgabe wirkt sehr plakativ und leuchtend - eindeutig zu bunt. Sogar eine Anzeige (allerdings nicht als solche gekennzeichnet) hat es auf den Titel geschafft. Immerhin lässt es sich der Herausgeber nicht nehmen, selbst im Editorial auf die vielen vielen Verbesserungen hinzuweisen. Das Inhaltsverzeichnis gehört allerdings nicht dazu: Die Rubriken werden darin bunt gemischt aufgeführt - und nicht so, wie Sie im Heft nacheinander folgen. Außerdem ist die Schrift zu klein geraten. Der Aktuellteil ist durchaus lesbar, wenn auch die Texte peppiger sein dürften. Insgesamt erinnert er von Aufbau und Textlastigkeit her an den Newsteil der PC-Welt. Arbeiten muss die Redaktion noch an den Überschriften, die kein System erkennen lassen. Da heißt es mal lapidar "Lexikon" oder "Routenplaner", mal muss der Produktname als Überschrift herhalten und ein andermal heißt es ausführlich "Droht den USA ein digitales Pearl Harbour?".
Das Titelthema "Charthits aus dem Web" ist gelungen: Hier gehts mal nicht um MP3-Tauschbörsen, sondern um das Mitschneiden bei Online-Radios. Das zweite Titelthema ist nicht so neu - die 0190-Abzocker und die passende Gegenwehr. Die Hard- und Softwaretests wurden leicht aufgepeppt - konkrete Messwerte erfährt der Leser allerdings nach wie vor nicht. Verwirrung stiftet der Aufmacher zum DSL-Artikel - eine etwas seltsame Art, Rechner zu vernetzen... Dass zur AOL-Software auf der CD auch ein Artikel gehört, ist ja leider auch bei anderen Magazinen usus.





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