Heftkritik: CHIP 10/02
Datum: Freitag, 06. September 2002 @ 17:28:05 MESZ
Thema: Heftkritik


Ein "richtiges" Computer-Heft hat die CHIP-Redaktion diesmal abgeliefert - und das ist als Lob zu verstehen. Weder "illegal" noch "geheim" noch "exklusiv" tauchen auf der Titelseite auf. Lediglich ein Thema wird zu vollmundig präsentiert:

"Tipps, die Sie garantiert noch nicht kennen" - dieses anspruchsvolle Niveau kann, ein Durchschnitts-Chip-Leser angenommen, wohl höchstens die Hälfte der Tipps halten - und die sind dann wieder so speziell, dass sie nur einen Teil der Leser interessieren. Eigentliches Titelthema ist "Der optimale PC" - eine gut gelungene Einführung, was zu einem leistungsfähigen, aber trotzdem nicht lauten Rechner gehört. Weil der Selbst-Einbau einer Wasserkühlung nicht jedermanns Sache ist, hätte ein Test "fertiger" System gut dazu gepasst - schade drum. Auch voll im Trend und trotzdem nicht auf jedem Zeitschriften-Cover der letzten drei Monate: ein Test von Online-Bilderdiensten sowie (allerdings zu kurz geratene) Tipps fürs schnellere Internet-Surfen. Ob sich bei einem Supermarkt-Artikel wie dem Akku ein umfangreicher Test lohnt, ist zumindest fraglich. Zumindest die Testaussage für Lithium-Speicher ist interessant: Marken-Akkus sind besser als NoNames.
Ziemlich zerstückelt kommt in diesem Monat der Aktuellteil: Erst zwei Seiten zum Chip-Forum auf der Pop-Komm, dann zwei Seiten Meldungen, darauf folgt ein Zweiseiter zur Photokina und einer zum Verbraucherrecht - und erst nach einem weiteren Artikel zum Jpeg-Patentstreit gibts wieder Meldungen. Netter Bug übrigens in den Hardware-News: Da stellt Chip einen "Slimeline"-DVD-Player - bestimmt recht schmierig, das Gerät...
Liest sich gut: Das Magazin-Porträt der Firma Sony. Allerdings fehlen hier eindeutig Meinungen Dritter. Und: Das Sony das Transistorradio erfunden habe, ist eine ganz neue Erkenntnis - sämtliche Webquellen schreiben es der US-Firma Regency zu. Ein bisschen auszusetzen gibts auch am Praxis-Teil: Der blaue Hintergrund der Leserforum-Seiten erschwert in der Pocket-Ausgabe das Lesen sehr. Vorgegriffen und damit reingefallen: Die Meldung zum Warchalking auf Seite 235 - ein netter Hype von dem, das hat sich inzwischen gezeigt, im Londoner Stadtbild nichts zu sehen ist. Auch die Hotmail-Meldung eine Seite weiter ist teilweise falsch: Der Dienst löscht nicht Nachrichten im Ausgangs-, sondern im Gesendet-Ordner, einen Pop3-Zugang gab es in Deutschland nie.





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