
Heftkritik: PC-Magazin 10/02
Datum: Mittwoch, 11. September 2002 @ 18:02:10 MESZ Thema: Heftkritik
Vor allem mit zwei der acht vollmundig angekündigten Vollversionen wird wohl das aktuelle PC-Magazin punkten: WinOnCD 3.8 und IOKs Antispamware sind im Original enthalten. Das entschädigt dafür, dass die anderen Programme nur Platzfüller sind.
Über den Wert eines im PDF-Formats enthaltenen Buches kann man trefflich streiten - ausdrucken wird das doch hoffentlich niemand?
Haupt-Titelthema ist mal wieder etwas "streng verbotenes": Illegale Software, Codes und Filme in den Newsgroups. Für die großartige Ankündigung auf der Titelseite ist der Report allerdings recht knapp geraten - ganze drei Seiten ist er lang, und stets so vorsichtig formuliert, dass man keine Anleitung, sondern eben einen Bericht zu lesen meint. Viel spannender: Der wesentlich unauffälliger angekündigte Anti-Spam-Artikel, der es tatsächlich schafft, auch ein paar Tipps abseits von "Filtern mit Outlook Express" zu liefern. Warum die Anleitung zum Versenden anonymer Mails ebenfalls im Spam-Special landete, bleibt allerdings schleierhaft.
Der Aktuellteil ist im großen und ganzen gelungen - mit ein paar Fehlern im Detail. So lautet eine Überschrift etwa "Extrem digital" - entweder digital oder nicht. Ein Philips-Monitor soll sich "dank seiner Größe" auch als Fernsehgerät eignen - wenn das reichen würde, könnte Philips auf den Tuner ja verzichten. Ob sich "kleinere Unternehmen" einen 10.000 Euro teuren Scanner leisten können? Ein Routenplaner, der Einbahnstraßen und verkehrsberuhigte Zonen zeigt - naja :) Auf den Online- und Software-Aktuell-Seiten sind die Bildschirmfotos kaum lesbar. Die Meldung zu WinAmp 3 erscheint doppelt (S. 24, 41).
Im Hardware-Test diesmal: Sub-Notebooks. Dabei werden die Messergebnisse großteils dokumentiert, der Leser erfährt allerdings nicht, welcher Wert zu welcher Zwischennote führte - so muss er das Ergebnis der Redaktion einfach glauben. Dass im Crusoe-Chip ein kompletter Chipsatz integriert ist, kann der anonyme Kritiker nicht ganz glauben - tatsächlich soll das erst der TM6000 verwirklichen, während der im getesteten Notebook verbaute TM5800 noch eine Southbridge (für I/O zuständig, z.B. IDE, USB) benötigt. Ebenfalls getestet: Digitalkameras unter 200 Euro. Für Geräte dieser Preisklasse fallen die Urteile (immer über 50 Punkte) recht mild aus - obwohl nur selten ein LCD vorhanden ist oder Einschränkungen wie "bei Tageslicht brauchbar" zu beachten sind. Beim Test der Software-DVD-Player reißt wiederum das Preis/Leistungs-Urteil aus: 75 Punkte für ein 85-Euro-Produkt - obwohl "echte" Billig-DVD-Player, die keinen kompletten und lauten PC benötigen, auch nicht viel teurer sind. Ein weiteres interessantes, aber auf dem Titel gar nicht verkauftes Special (die damit eindeutig die Stärke dieses PC-Magazins darstelen) widmet sich Festplatten.
Ansonsten "belebt" die Redaktion mal wieder die zweifelhafte Tradition der Anzeigen-Beilage mit Zeitschriften-Logo und Impressum. Ist's das wirklich wert? Das Samsung-Heftchen sähe doch ohne Logo auch nicht schöner oder hässlicher aus.
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