Heftkritik: Computer Easy 20/02
Datum: Mittwoch, 18. September 2002 @ 17:38:08 MESZ
Thema: Heftkritik


Einen perfekten PC verspricht die neue Ausgabe der Computer Easy ihren Lesern. Der Workshop macht aus einer lahmen Krücke allerdings keinen Renner.

Auf insgesamt zehn Seiten wird gezeigt, wie man einen PC zusammenbaut und dann mit allen Daten und Zusatz-Hardware darauf umzieht. Dabei ist der zweite Teil besser gelungen als der erste, weil er nicht bei jedem zweiten Schritt nervig auf den in Ausgabe 19 vorgestellten Easy-PC eingeht.
Der eh nicht überaus dicke Aktuellteil wurde durch "Kinonews" ergänzt - warum eigentlich? Dass es im Englischen Garten ein WLan gibt, ist nicht so ganz taufrisch. Zudem schalte dort eine Karte für zwei Euro "das Netz frei". "Ein Auge" hat die Redaktion "auf dem TV-Programm" gefunden - so eine Überschrift. Dass eine Bild-in-Bild-Funktion gleichzeitiges Arbeiten und Fernsehen erlaube, wird der Chef oft anders sehen. Klares Abseits: Sonys Cybershot U (DSC-10U) besitzt nicht 3,2, sondern 1,3 MPixel und KEIN optisches System. Auch Sonys IP220-Camcorder steht mit 2 MPixeln Fotoauflösung nicht an der Spitze - da steht Panasonics 3MPixler. Schön: Bei den "Angeboten der Woche" bekommt ein Produkt auch mal den Daumen nach unten, weil es nur scheinbar ein Schnäppchen ist. Sehr sachlich: der Artikel zum "sicheren Homebanking", der richtig betont, dass das alte PIN/TAN-System nach wie vor Sicherheit bietet. Dass sich das HBCI-Verfahren "noch nicht flächendeckend durchsetzen" konnte, ist aber ein Euphemismus - HBCI ist mangels Akzeptanz klinisch tot, auch Banken, die HBCI schon im Einsatz hatten, stellen es teilweise wieder ein. Zwei Mäkeleien an den Windows-Tipps: "Desktop-Symbole ohne Namen" ist, nun ja, ziemlich sinnlos und damit Platzverschwendung. Dass der T-Online-Browser einen Link per Mail versenden kann, ist nix besonderes, das kann der normale Internet Explorer auch. Irreführend: Der AOL-Tipp "Mails per Internet abfragen" schickt die Leser auf die US-AOLMail-Seite statt auf deren deutsches (auch deutschsprachiges) Äquivalent. Verkackeiert müssen sich die Leser des Workshops "Desktop-Hintergrund mit eigenen Bildern verschönern" vorkommen. Da wird erst umständlich erklärt, wie etwa der Explorer gestartet wird - nur um dann im separaten Kasten zu verraten, dass dies ja - ätsch, bätsch - auch noch viel schneller ginge. Der Ätsch-Kasten mit dem "Noch schneller"-Logo kommt auch in anderen Workshops vor.





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