
Heftkritik: CHIP 12/02
Datum: Donnerstag, 07. November 2002 @ 17:47:02 MEZ Thema: Heftkritik
Das muss man der CHIP (und ihrer CD-Redaktion) lassen: Vollversions-Zähltricks leistet sie sich in diesem Monat nicht. Wo "Vollversion" drauf steht, gibts immer etwas dazu, was sonst nicht umsonst zu haben ist. Nicht so schön:
Dass es das (mittlerweile) Unwort "geheim" gleich doppelt auf den Titel geschafft hat (und mit ihm natürlich auch "illegal"). "Computer & Communications" heißt der CHIP-Untertitel, und nicht "Zentralorgan des BND".
Ganz okay, wenn auch ohne roten Faden: Der Aktuell-Teil. Zur GEZ-Meldung auf S. 20 ist zu ergänzen, dass die GEZ bereits seit längerem Zugriff auf die Daten der Einwohnermeldeämter hat (Die Ämter melden jeden Zuzug automatisch an die GEZ). Das Titelthema "Betrug im Internet" ist ein gewisses Sammelsurium, bei dem der Gebrauch von Sniper-Software bei Ebay ebenso angeprangert wird wie Nigeria-Connection-Mails oder 0190-Dialer. Hat man alles schon mal irgendwo gelesen, aber halt nicht in dieser Zusammenstellung.
Im Hardwaretest: 3D-Grafikkarten (ganze 13 Modelle) und - umfangreicher - Tintenpatronen. Fazit: "Auch Billig-Tinten sind gut". Recht weit in die Zukunft wagt sich der Forschungs-Artikel zu optischen Computern, die demnach 2015 mit "Taktraten von 500.000 Gigahertz und mehr" rechnen werden. Interessant geschrieben, allerdings etwas einseitig auf ein Münchner Forscherteam blickend.
Prinzipiell fällt (unangenehm) auf, dass der Lesestoff im Heft ziemlich verstreut ist und immer wieder durch längere Tabellen- oder Anzeigenstrecken unterbrochen wird. So dass man sich unwillkürlich fragt "wars das schon, oder kommt noch was?". Den Schwerpunkt bilden Test-Seiten, das Knowhow wird leicht vernachlässigt.
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