
Heftkritik: Computerbild 02/03
Datum: Mittwoch, 15. Januar 2003 @ 15:49:58 MEZ Thema: Heftkritik
Im Zeichen des Internet steht die aktuelle Ausgabe des Hamburger Blattes: Gleich sechs Mal taucht das Wort, das nach CB-Standard eigentlich erklärungspflichtig ist, auf der Titelseite auf (am schönsten im Satz "So kommen Ihre Internet-Seiten ins Internet").
Dazu kommen noch dreimal "Modem" sowie Fachbegriffe wie "Homepage", "ISDN" und "digital" - was ist denn bloß mit Computerbild los? Im Titelthema geht es, die Worthäufung verrät es schon, um die eigene Homepage. Warum man die überhaupt braucht, lässt der Artikel offen - das "wie" wird aber recht ausführlich dargelegt. Es ist allerdings nicht einfach, im Gewirr der Pfeile und Verweise die Übersicht zu behalten. Der Sinn des auf dem Titel mit "Achtung! So legen Saboteure Ihre Internet-Seiten lahm..." angekündigten Kastens bleibt weitgehend unklar. Darin wird Apache per mod.rewrite beigebracht, Zugriffe umzuleiten, die "PHP" im HTTP-User-Agent tragen. Als ob man das nicht ändern könnte... außerdem lassen sich so nicht wie versprochen "alle Anfragen automatisch arbeitender Programme" erfassen.
Der Aktuellteil macht seinem Namen durchaus Ehre, selbst vom Umfang her. Die Hypertext-Nummern auf S. 6/7 (plus ein Verweis auf S. 16) stimmen teilweise nicht. Ungenau ist auch die Erklärung zu "DDR-RAM", damit würden "statt einer zwei Informationen gleichzeitig übertragen". Vielmehr verdoppelt man die Datenrate, indem man beide Flanken eines Taktzyklus nutzt. Uneinigkeit herrscht bei den "Splitter"-Kästen: Mal heißen sie bloß "Splitter", dann wieder "Hardware-Splitter" oder "Kommunikations-Splitter".
Nicht so spannend: Der Hardware-Test, der diesmal DVD-ROMs unter die Lupe nahm. Schon interessanter: Der Test der Platten-Putzer.
Der Internet-Einsteiger-Kurs ist wiederum weniger gelungen. Vor allem verfehlt er mit zu groben Vereinfachungen den CB-Anspruch, komplizierte Sachverhalte zwar einfach, aber technisch sauber zu erläutern. "www.computerbild.de" ist z.B. nicht wie im Artikel behauptet eine URL, sondern allenfalls Teil einer URL. Zudem fehlt es der Installationsanleitung an Übersicht: Der Leser weiß nicht so recht, welcher Abschnitt denn nun für seinen besonderen Fall zuständig ist.
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