Heftkritik: CHIP 04/03
Datum: Dienstag, 25. März 2003 @ 18:02:43 MEZ
Thema: Heftkritik


Mit DVD bekommen CHIP-Abonnenten die aktuelle Ausgabe geliefert - am Kiosk kostet sie 3,99 Euro. Ohne Silberscheibe - diesmal nach Wahl im A4- oder A5-Format - sind 1,99 Euro fällig. Die DVD enthält immerhin acht Vollversionen: meist ältere Ausgaben aktueller Software. Die zu Moviejack und Gamejack angebotenen (je einseitigen) "Workshops" verdienen diesen Namen allerdings nicht. Interessanter ist da schon der weiterführende DVD-Inhalt: die interaktiven Bestenlisten zum Beispiel. Zudem ist die Programmoberfläche wenigstens zeitgemäß gestaltet.

Ein Titelthema zeigt die DVD-Ausgabe nicht. Das auf den anderen Versionen gefeaturete "Digitalfotos - gewusst wie" erfüllt diesen Anspruch jedenfalls nicht. Der Artikel ist durchaus interessant und sehr detailliert. Das ist aber auch sein Schwachpunkt: Ob den Digitalfotografen wirklich interessiert, in welcher Weise 8-Bit, 16-Bit- und 24-Bit-Farben gespeichert werden oder wie eine diskrete Kosinus-Transformation funktioniert? Kleiner Fehler: Der Artikel behauptet, PNG-Bilder seien größer als GIF-Bilder - tatsächlich ist der PNG-Kompressions-Algorithmus aber 5-25% effektiver als der von GIF. Der ebenfalls auf dem Titel verkaufte Artikel "Sicher ins Web" besteht aus einem Test von "Security Suites" und kommt in sechs kurzen Seiten auf den Punkt. Auch das letzte Titelthema wird in fünf Seiten abgehandelt - da bleibt der Eindruck, dass diese Chip-Ausgabe Stückwerk ist, eine richtige Lese-Strecke fehlt.
Auch in der Aktuellstrecke ist auf den ersten Blick kein rechtes System aufzumachen: Meldungen aus Hardware, Software, Forschung, Internet und Telekommunikation erscheinen in den "Top-News" bunt gemischt. Die CeBIT-Strecke ist - das Problem hat z.B. auch PC-Welt - zwangsläufig nicht topaktuell, liegt doch das Heft bis Ende März am Kiosk. Einige der CeBIT-News tauchen zudem auf den anderen News-Seiten nochmals auf. Interessant: Der Dreiseiter über den Einbau eines Matrix-Modchips in die Xbox. Auch spannend: Der Forschungs-Report zu OLEDs -solche Geschichten leisten sich nur wenige der Wettbewerber. Überraschung: Im Freemail-Vergleichstest gewann keiner der üblichen Verdächtigen - stattdessen landete Arcors "PIA" ganz vorn.






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