
Heftkritik: Computerbild 10/03
Datum: Freitag, 09. Mai 2003 @ 18:09:34 MESZ Thema: Heftkritik
2,20 Euro hat der anonyme Kritikus diesmal investiert, um die "gelbe Ausgabe" der aktuellen Computerbild zu testen - die Version mit CD-ROM. Die Silberscheibe enthält zwölf "Vollversionen" - und eifrige CB-Leser wissen ja inzwischen schon, dass hier alles "Vollversion" heißen darf, was "voll" funktioniert. Und so zählt eben selbst das Medion-Treiber-Paket als eine solche.
Vollversionen im Sinne der übrigen PC-Presse finden sich auf der CD nicht. Gewohnt langweilig ist die CD-Oberfläche - mit all den Seltsamkeiten, die hier schon zur Genüge diskutiert wurden. Ein bisschen lästig ist der Klebstoff, der die CD-Hülle am Einlegerheft befestigt - man muss schon sehr vorsichtig sein, um das Heft mit den Wokshops nicht zu beschädigen.
Zum Heft selbst: Titelthema ist mal wieder eine große Hotline-Aktion. Ob die für ähnliche Verkaufszahlen sorgt wie früher rund um Weihnachten - das Wetter könnte da Steine in den Weg legen. Aber um Verkaufszahlen muss man sich ja wohl eh nicht mehr so sorgen: Die ersten beiden CD-Ausgaben, sagt CB-Chef Kuppek im Editorial, hätten sich über 1 Million mal verkauft. Im Gegensatz zu "damals" dürfen die Firmen diesmal aber ihre eigenen Hotline-Nummern nutzen. So ist etwa Toshiba über 01805 erreichbar, Lexmark per 0800
Der Aktuellteil muss sich nur wenig Kritik gefallen lassen. Da wäre zunächst die Erklärung von "dpi" - könnte ein 300-dpi-Drucker tatsächlich nur 300 Punkte drucken, wie das der Text nahe legt, wäre das wohl ein Garantiefall. Außerdem ist eine gewisse Vorliebe für "lassen" festzustellen, ein Grammatik-Bug findet sich im Text zu Video Deluxe, ein Teppfihler hingegen in der Erklärung zu Docking Station. Ach ja: DSL ist nicht nur maximal 96.000 Zeichen pro Sekunde schnell. Der Report zum "Risiko Funknetzwerk" geht das Thema etwas kurzsichtig an - eingeschaltete WEP-Verschlüsselung sorgt ja nicht wirklich für Sicherheit. Es dauert - unter ungünstigen Umständen - eben nur ein bisschen, bis Airsnort den WEP-Key ausspuckt. Der Report zum neuen Urheberrecht ist da schon vielseitiger. Er hat nur einen klitzekleinen Haken (wie auch ähnliche Berichte der CB-Konkurrenz): Auf die Verwertungsgesellschaften einzudreschen ist ja aus Lesersicht offensichtlich opportun. Dass diese aber nicht für sich selbst Gebühren kassieren, sondern (auch) für die Computerbild-Redakteure, erfährt der Leser nicht. Insofern ist der letzte Satz "Man will einfach Kasse machen" nicht wirklich fair.
Im Hardwaretest diesmal: 15-Zoll-Flachbildschirme. Nichts zu meckern - wobei die Bewertungsunterschiede (2,51 bis 2,71) so gering ausfielen, dass von wirklichen Testsiegern und -verlierern eigentlich nicht die Rede sein kann.
Im gut gelungenen Softwaretest (Download-Manager) fällt auf, dass die Info- und Hotline-Nummern ungünstig formatiert sind. Wer "001805-6449981" liest, wird sich wundern, einen amerikanischen Gesprächspartner am Hörer zu haben. Ach ja: Die an sich kostenlosen 800er- und 888er-Nummern (Reget Deluxe) sind aus Deutschland NICHT erreichbar.
Nützlich: der UE-Teil schildert u.a., wie man bei 30 DVD-Playern den Ländercode deaktiviert. Und zum Schluss: Auf S. 177 sucht Computerbild "Spezialisten für Computer-Hardware" und solche für "Video/DVD/Heimkino/Foto".
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