Heftkritik: PC-Welt 06/03
Datum: Freitag, 23. Mai 2003 @ 14:51:19 MESZ
Thema: Heftkritik


"Typisch PC-Welt" sind sie wieder, die Titelzeilen der Juni-Ausgabe. Gratis, geheim, versteckt, legal, Killer - es deutet wirklich einiges darauf hin, dass sie im Zufallsgenerator aus einem seit Jahren festgelegten Wortschatz entstehen

(BTW: es gibt natürlich auch bei den anderen Heften charakteristische Wörter: Computerbild liebt zum Beispiel "schlimm", c't hingegen "Alternativen"). Manchmal wirds auch ein bisschen widersinnig: "Aktuelle Original-Software" zum Beispiel - na klar, "Aktuelle Raubkopien" kommen ja kaum in Frage.
Zum Editorial nur so viel: das Wort (?) "und/oder" gehört verboten (und das sagt nicht nur der Logiker).
Der Aktuellteil beginnt mit einem Artikel über "Palladium" und TCPA. Ein, sagen wir mal, nicht besonders sachlicher und sich teilweise selbst widersprechender Bericht - sogar die in dieser Hinsicht eher kritische c't hat sich bisher nicht zu Aussagen hinreißen lassen wie "TCPA wäre das Ende des PCs". Der Aktuellteil ist ansonsten Standard - wirklich Spaß macht es nicht, die Produktmeldungen mit all ihren ähnlich klingenden Details zu lesen. Immerhin hat man wegen der Vielzahl der Meldungen das Gefühl, auf keinen Fall etwas verpasst zu haben. Reiner Quatsch (weil gesetzlich gar nicht möglich) ist die Meldung zu Ebay & Umsatzsteuer: Gewerblichen Anbietern solle von der Firma künftig "keine Mehrwertsteuer berechnet" werden, privaten Anbietern aber schon.
Titelthema sind "Windows-Schätze", mit so unbekannten Downloads wie Direct-X 9, Media Player 9, MSN Messenger oder Tweak UI. Für ein Titelthema recht kurz geraten ist auch der (gut gelungene) Ratgeber zum Partitionieren. Überhaupt verbrät PC-Welt auf dem Titel groß angekündigte Themen dann im Heft auf ganz wenigen Seiten - das "sensationelle" Tool DVD-Shrink etwa wird dann auf einer Doppelseite abgehandelt. Dafür finden sich auf endlos langen Seiten Tests, Tests, Tests. Andere Themen - wie z.B. der sehr nützliche und umfangreiche Ratgeber Soundkarten - werden auf dem Titel nicht erwähnt: Sie lassen sich vermutlich nicht als "geheim" verkaufen. Weniger gut gelungen: Der Anti-Spam-Artikel, der auf wichtige Fakten (Spamcop, Cloudmark, Bayes...) gar nicht eingeht und Anti-Spam-Tools ziemlich alt aussehen lässt (vor allem, weil einfach die falschen Tools getestet wurden).





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