
Heftkritik: Computerbild 12/03
Datum: Freitag, 13. Juni 2003 @ 16:45:05 MESZ Thema: Heftkritik
Nur einen Leser hat Computerbild - jedenfalls wenn das Editorial der Ausgabe 12 recht hat, in dem CB-Chef Kuppek ankündigt, alles abzudrucken, was "unseren Leser interessiert". Ansonsten gibts an den ersten Seiten nicht viel auszusetzen (kleiner Dreckfuhler auf Seite 5 unten).
Die Anti-Spam-Aktion (gemeinsam mit AOL) ist nun nicht sonderlich aktuell, aber sicher leserwirksam. Sehr seltsam und absolut CB-untypisch ist aber der große "Wireless"-Test. Dass Computerbild die Gerätepakete auf dem Titel "Datenübertrager" nennt, ist zu verschmerzen. Doch der Test selbst fällt stark gegen den CB-Standard ab. Getestet wurden im wesentlichen Reichweite und Übertragungsgeschwindigkeit. Doch viele wichtige Informationen bleiben dem Leser vorenthalten. Etwa der Unterschied (nicht nur funktional, auch preislich) von Access Point und Router - CB schert alle über einen Kamm. Auch die Bewertungen sind teilweise unsinnig: Unterstützt ein Gerät WEP mit 40, 64 und 128 Bit, bekommt es eine bessere Note, als wenn es nur WEP64 und WEP128 unterstützt. Die Access Points von Belkin, Cnet und 3com haben angeblich NUR einen Anschluss für DSL. Die APs kann man also demnach nicht an Ethernet-Netzwerke anschließen. 802.11a oder -g-Geräte wurden gar nicht getestet. Auch, ob sich die Router durch eDonkey-Anfragen vom Abbauen der Verbindung abhalten lassen, hat die Redaktion nicht geprüft (sehr wichtig bei Zeittarifen). Die Nachlässigkeit wundert besonders, weil im "grünen" Teil ein DSL-WLan-Router durchaus fachgerechter geprüft wurde.
Wesentlich gelungener ist da der DVD-Rohling-Test, wo sich die Redaktion auf's Messen besinnt. Auch ganz gut, weil nicht in jedem dritten Heft zu lesen: der KVM-Switch-Artikel. Im HTML-Kurs wird die etwas seltsame Empfehlung gegeben, am Ende jeder Zeile ein br-Tag einzufügen. Das kann zu schön "verhackten" Texten führen.
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