
Heftkritik: PC-Magazin 07/03
Datum: Mittwoch, 18. Juni 2003 @ 14:54:51 MESZ Thema: Heftkritik
Ist die süüüüß: Der Kritiker hat sich diesmal die (preiswertere) PC-Magazin-Ausgabe mit Mini-CD geleistet. Schön und keine Selbstverständlichkeit: die kleine Scheibe ließ sich problemlos von der Editorial-Seite entfernen. Apropos: Irgendwie klingen die Editorials aller PC-Zeitschriften in diesem Monat sehr ähnlich.
Liegt wohl am Bundestag. Aber auch das PC-Magazin-Titelthema "Geniale Gratis-Tools" ähnelt dem der PC-Welt, ist aber noch ein wenig besser gelungen, wenn auch die Screenshots im Mini-Heft nicht zu entziffern sind. Schade, dass der Rest der Themen auf der Titelseite nicht so seriös daherkommt. Der "Gegenangriff auf Hacker" kann sich nicht so recht entscheiden, für wen er geschrieben ist. Zwar prinzipiell wichtige, aber in diesem Zusammenhang eher banale Tipps wechseln sich mit Andeutungen ab; immer, wenn man denkt "jetzt wirds interessant", schlägt der Artikel leider einen Haken um den Sachverhalt herum. Dabei sieht sich doch PC-Magazin gar nicht so als Einsteigerheft, dass den Lesern Konkreteres nicht zuzumuten gewesen wäre? Dass der im Artikel ständig befragte Rechtsanwalt den Tipp gibt, die Handy-Nummer hinter der Windschutzscheibe schütze hundertprozentig vor dem Abschleppen des eigenen Autos, sagt möglicherweise auch über seine Kompetenz etwas aus. Zumindest liegt diese nicht auf dem Gebiet des Verkehrsrechts.
Schade auch, dass der (zu kurz geratene) "10 000 Gamez Gratis"-Artikel so auf die Hamster- und Raubkopierer-Mentalität abzielt. Es gibt ja durchaus auch viele Firmen, die ihre alten Spiele bewusst freigegeben haben. Ach ja: Galerie schreibt sich auch in NDR mit einem "El".
"So knackt man eine Bank" (nicht wie auf dem Titel und auf S. 7 angegeben auf S. 16) übertreibt natürlich auch kräftig - wie sogar "Hacker" Vosseberg ehrlicherweise im Interview sagt.
Bei den Aktuell-Seiten mangelt es diesmal an Aktualität. Die Themen, die auf diesen Seiten angesprochen werden, sind Mitte Juni einfach ausdiskutiert. Und im Juliheft "soll auf der E3 präsentiert werden" zu lesen, klingt nicht wirklich ermutigend. Zudem vertrügen die Texte teilweise noch etwas Politur - fünfmal hintereinander das Wörtchen "neu", das muss ja auch in einer Neuheitenmeldung nicht sein.
Ganz furchtbar geschrieben ist der Beitrag "Assembly, MetaData & Co.". Dessen Autor mag ein begnadeter Programmierer sein - Wissen vermitteln kann er wohl nicht.
Eine kleine Seltsamkeit noch zum Schluss: der Java Anon Proxy (S. 154) wird nicht an der Uni Magdeburg, sondern an der TU Dresden entwickelt.
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