
Heftkritik: Computerbild 21/03
Datum: Freitag, 10. Oktober 2003 @ 15:54:36 MESZ Thema: Heftkritik
Sparen ist angesagt, auch beim Axel-Springer-Verlag. So ist es sicher kein Zufall, dass Computerbild in diesem Monat mit dünnerem, grauerem Umschlag-Papier kommt. Ansonsten hat sich die Titelseite aber verbessert: sie ist übersichtlicher, der Leser wird nicht mehr von der Themenfülle erschlagen.
Und das brennende Fragezeichen ist als Titelmotiv zwar nicht übermäßig originell, dürfte aber Aufmerksamkeit erregen. Innen hat sich diesmal nicht allzu viel verändert. Was dem anonymen Kritiker gestattet, etwas Platz dem bedauerlichen Verfall dessen zu widmen, was Computerbild früher so schön "Magazin" nannte. Es ist leider Tatsache: Das Heft eignet sich kaum noch dazu, früh oder abends in der S-Bahn gelesen zu werden. Aber nicht wegen schräger Blicke der Mitreisenden - es fallen ganz einfach unvermeidlich die Augen zu. Der Magazin-Teil war in dieser Hinsicht ein Lichtblick, die ultraknappen und auf "Nutzwert" getrimmten "Reports" (wohlweislich nicht "Reportage" genannt) können es nicht ersetzen. Chip bringt inzwischen wirklich schönere Magazin-Geschichten als das Hamburger Magazin aus dem für seine Menschen-Geschichten bekannten Verlag. Nutzwert mag bei jeder Befragung ganz oben auf der Hitliste der Leserwünsche stehen - aber Nutzwert ist anstrengend. Dabei passieren doch so viele interessante Dinge in der IT - wo sind die kuriosen Erfindungen, genialen Programmierer und skurrilen Begebenheiten?
Zurück zur aktuellen Ausgabe: Textlich gibt es diesmal nichts zu kritisieren, die Schlussredaktion war offensichtlich sehr aufmerksam. Das Titelthema ist schön "bunt". Dass die Softwaretester den kauzigen Pettersson (aus Pettersson und Findus) zum Professor machen, sei verziehen. Das WLan-Howto ist auf dem Titel etwas seltsam beschrieben: "Mit dem Notebook ohne Handy drahtlos ins Internet". Die "Netzwerke"-Rubrik heißt jetzt "Vernetzung" und titelt ganz nutzwertig im Rubrikkopf: "Sparen mit dem Netzwerk".
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