
Heftkritik: Computer Guide 11/03
Datum: Dienstag, 14. Oktober 2003 @ 18:25:08 MESZ Thema: Heftkritik
Kaum passt man mal nicht auf - schon verschwindet die PC-Shopping aus den Kioskregalen und erlebt als "Computer Guide" ihre Auferstehung. Knapp 2 Euro kostet das Heft (ohne CD, mit: 3,50 Euro), und tatsächlich sieht es so "Neu!" aus, wie die Titelseite verspricht.
Jedenfalls wenn man PC-Direkt nicht kennt: Denn die Strategie, vor allem mit Tests beim Leser zu punkten, hat das Magazin nun weitgehend aufgegeben. Stattdessen dominieren wie bei PC-Direkt Themen wie "Pay-TV geknackt" (lustige Unterzeile: "Vorsicht: So leicht kommt man an illegale Software" - klar, die Redaktion will ja nur vor böser Software warnen, ein Schelm, wer...) oder "Windows XP geheim". Auf dem Titel zumindest - denn den größten Teil des Heftes machen nach wie vor Produkttests aus. Innen ist die neue PC-Shopping denn auch ganz ansprechend. Die News-Meldungen sind nicht übermäßig technisch geschrieben, das Layout ist übersichtlich. Auch die Schlussredaktion hat sehr gut aufgepasst.
Ziemlich unglaubwürdig ist aber der "Premiere geknackt"-Artikel - das dort beschworene Szenario des harmlosen Anwenders, der ganz zufällig, unbewusst und unabsichtlich Premiere knackt, ist schon ziemlich an den Haaren herbeigezogen. Kleinere Kritikpunkte: Eine Zwischenüberschrift sollte den Leser nicht auf die falsche Fährte locken ("Die SPD ist schuld" im Urheberrechtsartikel), die Einheit "Eurocent" gibt es nicht. Die Schrift in den meisten Tabellen ist schon sehr klein geraten. Seltsamerweise sind die Inhalte der Seiten 79 und 80 identisch - bis auf die Seitennummer. Wie passiert denn so etwas? Und warum wird der jeweils günstigste Anbieter nur bei Hardware-Tests genannt? Immerhin: Die bezahlten "Advertorials" wurden auf die vorletzte Seite verbannt - stehen allerdings weiter im Inhaltsverzeichnis.
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