
Heftkritik: CHIP 11/03
Datum: Donnerstag, 23. Oktober 2003 @ 16:35:16 MESZ Thema: Heftkritik
Schön sieht sie ja aus, die Jubiläumschip, so ganz in silbergrau. Und die beigelegte DVD wird mit ihren diversen Vollversionen sicher den Verkauf ankurbeln. Dass auch die "Kultkolumne" (?) "Jägers Welt" vertont auf der Scheibe gelandet ist, wird ja hoffentlich die Käufer nicht abschrecken. Im Inneren zeigt sich die Zeitschrift leicht überarbeitet - wobei die Änderungen durchaus gelungen erscheinen.
Vor allem geht der Trend zu "mehr Magazin" - warum soll eine Fachzeitschrift auch langweilig aussehen. Der Aktuellteil ist, von ein paar Tippfehlern abgesehen, vorbildlich, der aacPlus-Artikel dort zeigt zum Beispiel auch, dass trotz Magazin-Charakter die Beiträge nicht automatisch flacher werden müssen. Kaufcheck und Preisprognose sind nette neue Elemente (die natürlich auch Vorbilder haben). Das Titelthema (AMD+Apple vs. Intel) fällt demgegenüber ein wenig ab, weil Satz für Satz vor allem technische Daten und Benchmarks abgespult werden. Und Mac-Fans werden sich natürlich ob der Auswahl der Benchmark-Software die Haare raufen.
Beim großen 25-Jahre-Chip-Quiz hat die Redaktion URLs mit Umlauten etwas frühzeitig eingeführt - oder der Verweis auf chip.de/jubiläum ist quasi Teil des Fragespiels. Auch der Hardwaretest (4x-DVD-Rohlinge) ist ein bisschen "Hardcore". Dafür entschädigt der HDTV-Bericht, auch wenn der offensichtlich von einem überzeugten HDTV-Fan geschrieben wurde ("jeder neu gewonnene HDTV-Fan ist wichtig"). Ein sinnvolles Crossover-Thema greift Chip mit den "Firmware-Updates" auf. Kaum ein Gerät, das sich heutzutage nicht patchen ließe. Bei vielen der Chip-Artikel zumindest dieser Ausgabe fällt übrigens auf, was den Erfolg von Heften wie "Digital World" auf Dauer in Frage stellen könnte: Alles, was irgendwie digital ist, greifen auch die Computermagazine allzu gern auf. Und was auch auffällt: zumindest in dieser Ausgabe war die Schlussredaktion nicht immer auf der Höhe der Zeit, wie Tippfehler und verunglückte Satzkonstruktionen (eher bei Bildunterschriften als im Lauftext) zeigen. Dem Programmautor gegenüber ein wenig unfair ist im Softwareteil die Beschreibung, wie sich die von Gallerymaker in eine Bildergalerie eingebettete Werbung entfernen lässt - schließlich verkauft der Programmierer "Gallerymaker Professional" genau mit dem Argument, dass diese Version auf Werbung verzichtet. Richtig unbefriedigend ist der Office-Test: vier Office-Pakete auf zwei Seiten, wobei von einem der Pakete eine Beta, vom anderen eine jetzt nicht mehr aktuelle Version geprüft wurden - und das alles auch noch langweilig dargestellt. Nicht richtig ins Bild passt schließlich auch der Praxis-Teil nach der Anzeigenstrecke - er sieht einfach langweilig aus.
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