
Heftkritik: Computerbild 04/04
Datum: Montag, 09. Februar 2004 @ 18:17:24 MEZ Thema: Heftkritik
Als Linux-Fan outet sich der Axel-Springer-Verlag mit der aktuellen Ausgabe der Computerbild: ein deutliches Zeichen, dass 2004 wohl wirklich DAS Jahr des Open-Source-Systems werden wird. In großen Lettern empfiehlt Computerbild auf dem Titel jedenfalls die Windows-Alternative (wenn auch nur als "zweites Betriebsprogramm") - bis BILD nun "Volks-Linux" herausbringt, kann es eigentlich nicht mehr lange dauern.
Auf der Heft-CD findet sich passenderweise SuSE 9.0 - Käufer der CD-losen Version schauen hier allerdings in die Röhre. Den zugehörigen, sehr ausgewogenen (und keine überzogenen Erwartungen weckenden) Artikel hat Uli Kruppe geschrieben - und so hat die Redaktion den gefühlvollen Nachruf auch auf diesen Seiten platziert.
Der Aktuellteil ist im großen und ganzen unauffällig. Die Software-Überschriften sind etwas dröge geraten. Der Text zum "ersten Root-Server in Deutschland" ist sachlich falsch. Der "Software-Automat" (Report) ist nicht wirklich eine Neuheit. Außerdem ist die Redaktion einer Ente aufgesessen: "MyDoom" soll "40 Milliarden Euro" teuer gewesen sein - eine grobe Übertreibung, die auf der Pressemitteilung einer nicht ganz unbeteiligten, aber für ähnliche Horrormeldungen branchenbekannten Firma beruht. Dazu muss man allerdings wissen, dass der bisherige Spitzenreiter Sobig rund 50 Millionen Dollar "gekostet" hat. Zum Trost: auch DPA und das Handelsblatt sind darauf hereingefallen. Seltsam allerdings, wie Computerbild auf 40 Milliarden Euro kommt - die Originalmeldung spricht noch von 38,5 Milliarden Dollar, also rund 30 Milliarden Euro.
Im Hardwaretest diesmal: Flachbettscanner. Solide Arbeit - fraglich ist bloß, warum den Scannern ein externes Netzteil eine Abwertung einbrachte, schließlich kann das (im Fehlerfall) auch Vorteile haben. Sehr nützlich: die (schon im vorigen Heft gestartete) Serie "Ihr Recht als Kunde".
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