
Heftkritik: PCgo 03/04
Datum: Mittwoch, 18. Februar 2004 @ 17:57:03 MEZ Thema: Heftkritik
Gut gemeint, aber schlecht umgesetzt, ließe sich die aktuelle Ausgabe des Weka-"Anwendermagazins" beschreiben. Ob sich mit einem grellgelben Cover wirklich Kiosk-Kunden fangen lassen? Gibts bei Werbe-Wörtern wie "aufmotzen" und "super Praxis-Workshops" wirklich eine supi Leserreaktion? Dabei ist, was PCgo seinen Lesern zu erzählen hat, gar nicht einmal unspannend. MP3-Ratgeber, Ebay-Tipps, Foto-Software und -Abzüge - die Themenauswahl ist durchaus gelungen,
und gerade der Praxisteil dürfte den Geschmack der PCgo-Leser treffen. Aber die Umsetzung nicht. Allein die Rechtschreib- und Grammatik-Fehler, über die der Leser ständig stolpert, wie etwa "Eine Reihe von ... MP3-Playern sind ab sofort erhältlich". Oder die linkischen Formulierungen, die in jedem Schüleraufsatz angestrichen würden: "Wer sich die Ereignisse des letzten Jahres noch einmal vor Augen führen will, kann das bei N24 machen". Oder die Wort-Wiederholungen (sehr beliebt: "jetzt", "lassen" und "soll"). Oder der Bindestrich, den die Redaktion zu verabscheuen scheint: Konstruktionen wie "5 Megapixel Kamera", "Dual Slot Kartenschacht", "Windows XP Grundlagen" oder "ein 9,7 MByte interner Speicher" mögen im Englischen geläufig sein - die deutsche Sprache koppelt so etwas. Gern vermeidet man die Übersetzung gleich ganz - da gehört zu den "Features" einer Kamera eben die "Red Eye Reduction". Nun tauchen all diese Unschönheiten nicht auf jeder Seite auf - den Luxus einer Schlussredaktion scheint man sich nicht mehr leisten zu wollen, also blamiert sich jeder Redakteur, so gut er kann.
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