
Heftkritik: PC-Welt 05/04
Datum: Donnerstag, 08. April 2004 @ 17:27:09 MESZ Thema: Heftkritik
Auch PC-Welt versucht im Mai, das komplette Inhaltsverzeichnis auf dem Titel unterzubringen (was in der hier betrachteten Mini-Ausgabe nicht unbedingt perfet funktioniert). Die Themen selbst kommen aus dem Standard-Repertoire, nichts wirklich überraschendes dabei. Und garantiert kein Lifestyle-Verdacht.
Im Editorial darf sich "der Neue" (phänotypisch "dem Alten" übrigens einigermaßen ähnlich) erstmals austoben. Noch klingt es ein bisschen holprig. "Wer ins Bios geht, operiert...", "mit dem richtigen Kniff kriegen Sie...", und auch eine Kollegin "kriegt jede digitale Kamera zwischen die Finger". Es ist halt nicht so einfach, Poesie und Fachzeitschriften-Realität zu verheiraten: "Wenn am Ende des Redaktionsflures die Siemenssterne kreisen und das Stativ steht..." - so ein romantischer Anfang, und dann diese Ernüchterung: "... wissen wir: Achtung, Aufnahme! Test-Zeit!"
Passend zur Heft-CD beginnt der Aktuell-Teil mit einer Besprechung der neuen AOL-Zugangssoftware. Schade nur, dass zwar von AOLs Ansprüchen berichtet wird ("30 Prozent schneller"), diese aber nicht überprüft werden. Es folgt die monatliche Ebay-Lücke, inzwischen PC-Welt-Tradition und allmählich langweilig. Die Produkt-News kommen seriös, aber eintönig daher, hier eine Kamera, da ein Drucker, dort ein Notebook, einfach hintereinander im Drei-Spalten-Satz. Gut gelungen: Der zweite Teil der "Maulkorb für Windows"-Serie. Wie einige der folgenden Themen auch scheint sie aber nicht für Einsteiger geschrieben: gerade in dieser Ausgabe gibt sich PC-Welt als sehr traditionelle Fachzeitschrift. Was den Nachteil hat, dass man bei der Morgenlektüre in der S-Bahn Gefahr läuft, aus Schläfrigkeit das Aussteigen zu verpassen - zumal die Texte eher langatmig geschrieben sind. Ein Lob hat sich die Schlussredaktion verdient - lästige Vertipper finden sich sehr selten. Mal was anderes: Der Artikel zum PictBridge-Standard. Bei den Tests hält sich das Testradar weiterhin hartnäckig. Dass bei Einzeltests auch Messwerte (BLER etc.) angegeben werden, ist zwar löblich und zeigt Kompetenz, trägt aber andererseits nicht zur Unterhaltung des Lesers bei.
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