Heftkritik: Computerbild 10/04
Datum: Dienstag, 04. Mai 2004 @ 18:00:53 MESZ
Thema: Heftkritik


Windows säubern, schnellerer & besserer PC: Computerbild bedient ihre Leser auch diesmal wieder mit Praxis im typischen Computerbild-Stil. Auf keinen Fall eine schlechte Idee - schade nur, dass das Titelthema so kurz geraten ist.
Der auf dem Titel groß angekündigte DSL-Router-Test ist allerdings wenig sexy

(ungewöhnlich, dass gerade dieser Test es auf den Titel geschafft hat): die meisten DSL-Einsteiger werden eh zum verbilligt angebotenen Gerät ihres Providers greifen.
Dafür ist der für den typischen CB-Leser wohl viel spannendere TV-Karten-Test diesmal unterverkauft: Mit "6 TV-Karten mit MPEG-Decoder" (so der Titel) weiß der Leser schon mal viel nichts anzufangen. Ach, es geht darum, mit dem PC TV zu empfangen und aufzunehmen? Nun sind CHIP T&K und CB am selben Tag erschienen - Tests des neuen Aldi-Notebooks, des Lidl-PCs und des Tchibo-Naivi-PDAs hat aber nur das Hamburger Magazin (die "Schnäppchen"-Logos auf dem Titel tun ihr übriges).
Im Aktuellteil schimpft CB (wie andere auch schon) zurecht auf die Online-Angebote der Musikindustrie. Die News-Meldungen sind durchaus schön bunt gemischt - ein paar "Bugs" verderben das Bild. So wird die Earthlink-Studie zu Spyware unkritisch zitiert, wonach sich auf jedem PC "durchschnittlich" 28 Spyware-Programme fänden. Bei der "Umstiegsfalle T-DSL 2000" stimmen die Preise vorn und hinten nicht - eine 9,99-Euro-DSL-Flatrate von T-Online gab es noch nie, die 2000er-Flatrate kostet nicht 19,99, sondern 59,99 Euro (kleiner Unterschied). Der "Kurz berichtet"-Kasten auf Seite 10 ist eher holprig formuliert. Das "Rauhbein" schreibt man nach NDR jetzt "Raubein" (wenn schon, denn schon). Der Text zum Raubein liest sich zwar poetisch, doch die Bilder stimmen nicht: wenn's in der Wildnis GSM-Empfang gibt, kann die Wildnis gar nicht so wild sein, und 29 Grad Celsius Maximaltemperatur sind für Südseeverhältnisse doch eher knapp (selbst in Castrop-Rauxel geht das Thermometer auch mal über die 30). Dass der "Viren-Experte" Kaspersky ein Antivirus-Programm empfiehlt, überrascht nicht wirklich. Und auch die ein oder anderen Schlamperfehler machen sich breit (Kommafehler, Kommas, die ein Zeichen zu weit rechts stehen etc.)
Gerade zum rechten Zeitpunkt (-> Sasser) kommt der Firewall-Kurs in der Rubrik "Vernetzung" - allerdings ist auch der ziemlich knapp geraten. Angesichts des Routertests hätte es sich angeboten, auch auf die darin integrierten Firewalls einzugehen.





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