Heftkritik: PC-Direkt 06/04
Datum: Dienstag, 18. Mai 2004 @ 15:42:10 MESZ
Thema: Heftkritik


Passend zur neuen Heftausrichtung hat PC-Direkt diesmal ein Tipps-Thema zum Titelthema erhoben. Die "praktische Fotoschule" stellt zunächst 15 "empfehlenswerte" Digicams vor und führt dann die verschiedensten Foto-Tipps auf - ohne dass dahinter ein System erkennbar wäre.

Zu oft scheint auch bei der Auswahl vorgestellter Produkte eine gewisse Subjektivität gewollt. Warum muss es gerade eine Hama-SD-Card sein, warum genau diese 15 Kameras? Die Konkurrenz untermauert solche Tipps meist mit Tests. Ähnliches gilt für die im Heft erwähnten Anbieter: Dass bei zwölf getesteten DVD-Recordern immerhin elf von Alternate geliefert werden, untermauert den Glauben des Lesers in die Unabhängigkeit des Magazins nicht gerade. Apropos Tipps - meist sind sie gut verständlich, nur der Kasten "Geniale Automatik" entzieht sich jeder Interpretation.
Keine schlechte Idee (eigentlich): den Aktuell-Teil mit "jetzt erhältlichen" Produkten der Cebit zu füllen. Zu dumm nur, dass drei Viertel der dort erwähnten Produkte doch noch nicht erhältlich sind.
Beim Spamkiller-Test fällt auf, dass das Vorhandensein eher fraglicher Features (nämlich Bounce- und Abuse-Mails) auch noch positiv bewertet wird. Die Folge gerade dieser Features besteht leider meist darin, dass die Besitzer missbrauchter (gefälschter) Mailadressen noch zusätzlich leiden. Auch auf die Risiken von DNS-Blacklists geht der Artikel nicht ein. Die Aussage im Text, alle mit "gut" bewerteten Programme würden Bayes- und RBL-Filter einsetzen, ist falsch - in der Tabelle fallen auf den ersten Blick vier Gegenbeispiele auf.
Was das "schicke" Layout betrifft: Einigen Artikeln ist noch anzumerken, dass die Redaktion damit noch unerfahren ist. Was sollen im Webradio-Artikel zum Beispiel all die Lückenfüller? Sicher ziehen Sarah Connor oder Britney Spears die Blicke auf sich, aber hier handelt es sich um reine "Soda"-Bilder (die sind eben so da). Außerdem sind manche Seiten visuell schon kaum noch von Werbeseiten zu unterscheiden. Und des öfteren ist dem Layout anzumerken, dass die Devise galt: hier muss noch ein Kasten hin, was schreiben wir denn da rein?
Dann die zwei beiliegenden CDs: The Gimp als Photoshop-Klon? Tatsächlich gibt es ja kaum eine Grafikbearbeitungssoftware, die sich von Photoshop stärker unterscheidet als der Gimp. Die Doppelseite zur Microsoft-Update-CD ist unnötig, zumal auf ihrer linken Seite die CD selbst nochmals (zum insg. dritten Mal) abgebildet wird.
Zum Schluss die sprachliche Seite: Tippfehler sind relativ selten. Dass Überschriften meist komplette Sätze sind, ist gewöhnungsbedürftig, aber akzeptabel.





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