Heftkritik: Computerbild 15/04
Datum: Mittwoch, 14. Juli 2004 @ 13:17:54 MESZ
Thema: Heftkritik


Das aktuelle Heft des Hamburger Magazins kommt ausgesprochen seriös daher: nichts Illegales, keine Geheimnisse werden dem Leser versprochen - bloß ein kleiner Kasten fällt ins Auge über einen "hochgefährlichen Virus". Der zugehörige Artikel berichtet über pwsteal.refest - die Adresse, an die der Trojaner ausspionierte Formulardaten schickt, wurde allerdings inzwischen deaktiviert.

Symantec schätzt seine Verbreitung als "gering" ein. Ansonsten steckt der Titel voller Nutzwert, Tipps und Test - wie es sich für eine Fachzeitschrift gehört. Zu dumm nur, dass Computerbild selbst kein Fachmagazin sein will - oder wie ist es gemeint, wenn man in einem kurzen Artikel zu Intels "Revolution" meint "die Fachpresse klatscht begeistert Beifall"? Mal davon abgesehen, dass das so allgemein nicht stimmt, ist die Computerbild-Haltung löblich, statt Intels Marketing-Parolen den tatsächlichen Nutzen der neuen Technik zu beschreiben. Überhaupt gibt sich das Magazin diesmal recht "stutenbissig": Im Editorial wird eine "andere Zeitschrift" gescholten, die mit "Installationstipps für Raubkopier" wirbt, Chip-Chef Thomas Pyczak kommt als "Verlierer der Woche" an den Pranger (für die "unverschämte Weise", auf die der Titel von Chip Test+Kauf dem von Computerbild gleiche und für die "Tests" - von CB in Anführungszeichen gesetzt - die zu "seicht" seien). Und schließlich bekommt c't noch eines auf den Deckel für einen MuVo-Spartipp, der, so CB, nicht mehr funktioniere (die aktuelle c't behauptet das Gegenteil).
Der meistgelesene Artikel dieser Ausgabe ist sicher die Ausschreibung zum "Goldenen Computer". Nicht wegen der CB-typischen Auswahl der Kandidaten (wo etwa ein flaches Lautsprecherkabel gegen eine Pink-Floyd-SACD antritt), sondern wegen der Preise, die sicher für rege Teilnahme sorgen werden. Ansonsten ist der große Rest schnell abgehakt: Tests, Tipps, Workshops wie man sie von CB gewohnt ist (im guten wie im schlechten), ohne auffällige Fehler in technischer wie sprachlicher Hinsicht. Selbst die drei Punkte am Satzende, bisher vor allem im Aktuellteil eine Marotte, finden sich nur noch spärlich.
Ein paar Neuigkeiten bietet aber das Impressum: Ingo Storm, zu Computerbild-Gründungszeiten von der c't (wer erinnert sich noch an seine Softram-Story?) nach Hamburg gewechselt und zwischenzeitlich zum Sysadmin gewandelt, fungiert nun als "Textchef (Technik)", ein neuer "Leitender Redakteur" ist hinzugekommen - Konstantin Breyer war zuvor für PCPro tätig - und schließlich ist aus dem "Chefreporter" ein "Leitender Redakteur" geworden.





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