Heftkritik: Computerbild 17/04
Datum: Montag, 09. August 2004 @ 18:27:45 MESZ
Thema: Heftkritik


Das Hamburger Magazin bereitet sich offensichtlich in dieser Ausgabe schon auf die Rückkehr zur alten Rechtschreibung vor. Allerdings nur halbherzig: "beim weiblichem Leseranteil" und "Computerbild wird sich für seine Leser mächtig ins Zeug legen" (beides aus dem Editorial) sind weder nach den neuen noch nach den alten Regeln korrekt.

Zumindest, wenn sich Computerbild (wie auch das Mutterblatt BILD) als weiblich betrachtet. "Der Computerbild" oder "das Computerbild" klingen aber wirklich nicht gut - und auf Seite 22 wird Computerbild tatsächlich als weiblich angesehen. Der Aktuell-Teil startet diesmal durchwachsen: bei der Yahoo-Story stimmt die primäre Investitionssumme nicht (zwei Millionen statt einer). Beim "Millionenbetrüger"-Text fragt man sich, wie Ralph B. sich von 4,5 Millionen ergaunerter Euro "40 Immobilien" leisten konnte (etwa 40 Toilettenhäuschen?). Der Gastkommentar zum Thema PDA ist, wenn man den Kommentator betrachtet, wenig überraschend und geradezu läppisch. Die MMS-Studie hat Mummert Consulting erstellt. Und was ist das für ein Satz: "Der so genannte 'Zweite Korb' der Urheberrechtsreform." Im 24-Zeiler zu Reals "Harmony"-Hack kommt siebenmal das Wort "Apple" vor. Ein drei Kilo schweres Notebook ist nicht wirklich ein "Leichtgewicht". Immerhin: sobald die Produkt-News starten, bessert sich die Lage deutlich; evtl. ist ja der erste Heftteil in größerer Hektik entstanden. Dass unbekümmertes Drauflosdichten nicht jedem gelingt, stellt die Redaktion korrekt auf Seite 16 fest - leider erinnert man sich später nicht mehr daran, deshalb finden sich im folgenden Perlen wie "Kurz am Knöpfchen gedreht, schon ist der Lüfterkrach verweht. Wie's geht? Mit einem Steuergerät!" oder "'Wie konnt ich den nur nach dem Wege fragen?' wird sie sich zu Recht beklagen. Suchst du nach den guten Seiten, lass Computerbild dich leiten!" Man darf gespannt sein, wann die ersten gereimten Tipps&Tricks erscheinen. Mutig: im Hardwaretest waren diesmal "Lüftersteuergeräte". Wahrlich nicht unbedingt etwas für den typischen CB-Leser. Gerade bei diesem Test sieht man aber auch, wie sinnvoll oft die Nennung des "Mediamarkt-Preises" ist - der MM hat keines der 16 Geräte im Angebot. Das Titelthema "geheime Windows-Tricks" ist solide CB-Kost. Auf jeden Fall kann man sich darauf verlassen, dass sie funktionieren. Nett: ein Kasten erklärt, wer die versteckten Funktionen eigentlich versteckt hat (der Osterhase taucht darin nicht auf). Natürlich hat die Redaktion keine Sensationen in Petto, und Spannung kommt beim Lesen auch nicht auf. So ein Zufall: laut Impressum arbeiten seit kurzem zwei "Rainer Schuldts" bei Computerbild online - beide sehen nicht so aus, als wären sie verwandt. Der eine sieht aber der Person ziemlich ähnlich, die in früheren Ausgaben noch Arnd Bonatz hieß.





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