Heftkritik: MAKE, Volume 01
Datum: Mittwoch, 27. April 2005 @ 11:57:32 MESZ
Thema: Heftkritik


MAKE ist eine englischsprachige Zeitschrift aus dem niicht ganz unbekannten O'Reilly-Verlag - auch auf absehbare Zeit wird das Magazin im Schulheft-Format nicht in deutscher Sprache verfügbar sein. Dass hier trotzdem eine Heftbesprechung stattfindet, versteht sich eher als Anregung (das Heft ist aber bei Interesse auch im Bahnhofsbuchhandel zu bekommen). Doch was ist MAKE?

Wer zur 8-Bit-Ära seinen ersten Computer bekommen hat, kennt vielleicht noch das "64er"-Magazin mit all seinen Bauanleitungen ("Wetterstation für den C64"). MAKE ist der Meinung, dass nach all den trockenen PC-Jahren die Leser wieder Lust bekommen haben, etwas mit eigenen Händen herzustellen, unter die MAKEr zu gehen. Das beschränkt sich nicht auf Hardware - "Hacks" schildert das Heft auch für Software und "Wetware". Da wird ein bisschen das Kind im Manne angesprochen ("cool, eine Desktop-Railgun"), es gibt Hacks, die garantiert niemand nachbaut, aber einfach kurios oder bewundernswert sind, und dann gibt es die typischen "64er-Bauanleitungen" wie der "14-Dollar-Video-Stabilizer", der eher auf den Heimwerkerinstinkt im Manne zielt. Nur dass der PC-User eben nicht am eigenen Haus bastelt, sondern an seinen Hobbyutensilien. Dabei sieht MAKE das Thema wirklich nicht eng: natürlich kommt das Heft ohne iPods und andere Gadgets nicht aus, aber es beschreibt auch, wie man sein Auto in ein offiziell wirkendes Fahrzeug verwandelt (um Parktickets zu vermeiden). In Sachen Optik hat sich MAKE kräftig bei Wired bedient - opulente Aufmacher, in den Artikeln wird kräftig mit Farben und Schriften gespielt. Die Gefahr, eine redaktionelle Seite mit Werbung zu verwechseln, besteht mangels Werbung nicht. Vorbildlich: die MAKE-Homepage





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